Rezension: Deutschlands Küsten und Inseln- Naturwunder an Nordsee und Ostsee- National Geographic

Bei dem Begriff "National Geographic" denkt man sofort an hochwertige, schöne Fotos von geradezu genialen Fotografen und wird in diesem Buch auch nicht enttäuscht, denn Norbert Rosing ist der Fotograf dieses Bildbandes. Er hat bereits 15 Bücher veröffentlicht, darunter den auch von mir rezensierten Band  "Wildes Deutschland", der  ebenfalls bei National-Geographic erschienen ist und zum Bestseller wurde. 

Die Journalistin Andrea Walter hat die eloquenten Texte geschrieben. Sie arbeitet übrigens als Textchefin für die Philosophie-Zeitschrift "Hohe Luft". 

Der Untertitel weist darauf hin, worum es in diesem Buch geht: Naturwunder an Nordsee und Ostsee. 

Zunächst werden einige doppelseitige Fotos gezeigt, u.a. der Himmel über Spiekeroog, aber auch eine Luftaufnahme der grünen Werder-Inseln im Osten. Man liest vom Wunder im Watt und hier auch, dass seit 2009 das Wattenmeer zwischen der holländischen Insel Texel und dem Nordzipfel von Sylt UNESCO- Weltnaturerbe ist. 

Bilder von Küstenvögeln folgen und dann das Gedicht "Abenddämmerung" von Heinrich Heine. Impressionen des niedersächsischen Wattenmeers werden fortgeführt durch  eine Wattwanderung, Von Erdgeschichtlichem liest man und hier wie sich allmählich Pflanzen auf den Wällen vor den Küsten ansammelten, die durchbrochen von den Fluten schließlich Gestalt erhielten durch Wind und Strömung. 

Irgendwann in der Bilderserie nimmt man eine fast golden erscheinende Strandkrabbe wahr und die traumhaft schöne Küste von Spiekeroog, dann Erläuterungen zu Tieren zwischen Land und Meer. Hier erfährt beispielsweise, wodurch eine Brandseeschwalbe sich von einer Silbermöwe unterscheidet. Helgoland ist ein Thema, Bilder, die Sehnsucht auslösen, die Roten Felsen in der Brandung dort ganz nah zu erleben, ist wohl ein spezielles Ereignis.  Ein Sturm mitten im Meer, ein schaurig-schönes Spektakel, beeindruckend auf den Fotos festgehalten und dann die Tiere, die Basstölpel und die Kegelrobben…Wunder, die man ausgiebig bewundern muss.

Das Schleswig-Holsteinische Wattenmeer lernt man ebenfalls kennen, eine Herbststimmung am Meer wie aus dem Bilderbuch, auch Leuchttürme und die Weite, die Melancholie aufkommen lässt. Vom Leben im Meer erfährt man Wissenswertes und hier vom Leben auf den Halligen, die weltweit etwas Einmaliges  verkörpern.

Diese kleinen, nicht oder kaum geschützten Marschinseln sind der Macht des Meeres ausgeliefert. Das Leben auf solchen Inseln macht gewiss demütig und gelassen.

Eine Passage aus dem Schimmelreiter von Theodor Storm, ließ mich innehalten. Die Novelle habe ich als Kind erstmals gelesen und war zutiefst berührt von diesem Text, der mich noch immer fasziniert. Hauke Haien, ein gewissenhafter, liebender Mann, Deichgraf für immer... 

Der Sand von Sylt bleibt nicht ausgespart und es werden die dortigen Wanderdünen gezeigt, die wohl die größten an der Nordseeküste sind. Unter all den Dünenbildern dann ein Foto von den saftig bewachsenen Rantumer Dünen, die man wandernd erkunden kann, wie man erfährt. So schön. 

Ein Traum, auch die rosarote Steilküste des Roten Kliffs bei Kampen. Jedes einzelne Foto von dieser Naturlandschaft lädt zum Verweilen ein. Dann die Ostsee. Zunächst wird im Text die Holsteinische Ostseeküste vorgestellt und anschließend in Bilder gezeigt, so etwa von der Steilküste von Dänisch-Nienhof. 

Man erfährt auch etwas über die Mecklenburgische Küste, erhält  hier traumhafte visuelle Einblicke, so auch vom Hohen Ufer bei Ahrenhoop, von der Landschaft am Barther Bodden und anderem mehr. Der Flug der Kraniche, lässt an den Darß und Rügen denken und man liest, dass bis zu 70 000 dieser Vögel zeitgleich auf Rügen im Herbst rasten, von Schweden und Norwegen kommend, um in den Süden zu ziehen. 

Durch die Insel Kirr bewegen sich Priele, alles Grün und fast unberührt, so scheint es jedenfalls. Dann folgt eine Passage aus Uwe Johnsons  Werk "Jahrestage", beginnend mit der Zeile "Das Fischland ist das schönste Land der Welt…". Die Bilder im Anschluss bestätigen dies. Anhand von Graphiken erfährt man, wie das Land entstanden ist, liest über Hiddensee und kann dort einen riesigen Vogelbeerbaum in blühender Besenheide bewundern, aber auch die traumhafte Landschaft hier

Bleibt Rügen, mit seinen zauberhaften Impressionen und ein Landschaftsgedicht von Wilhelm Müller. Im Kopf  Caspar David Friedrich, der nun mit Norbert Rosing verschmilzt.

Solche Gegenden besuchen zu dürfen, kommt einer Gnade gleich... Da gibt es eine Halbinsel, die heißt Buhlitz, an deren Rändern sich Wasserstände des Boddens ablesen lassen... 

Schlussendlich dann Usedom und dort u.a. eine Kolonie von Kormoranen, auch einen verwunschenen Wald am Peenemünder Haken, voller Farne, Moose und Lilien..

Das Buch ist eine Hohelied auf die Schönheit der Naturwunder an Nordsee und Ostsee. 

Sehr empfehlenswert.

 Helga König

Bitte  klicken Sie auf den Link, dann gelangen sie Zu National Geographic und können das Buch bestellen:http://www.piper.de/buecher/deutschlands-kuesten-und-inseln-isbn-978-3-86690-418-7.
Sie können es aber auch

Rezension: Golf von Neapel und die Amalfiküste- Zeit für das Beste

Dieses Reisetaschenbuch aus dem Hause Bruckmann enthält Highlights, Geheimtipps und Wohlfühladressen, Übersichts- und Detailkarten sowie Autorentipps über den Golf von Neapel und die Amalfiküste, einer Region, die wohl zu den schönsten Gegenden Europas gezählt werden muss.

Auf der Innenseite des vorderen aufklappbaren Buchdeckels gibt es eine Karte, auf der man sehr gut nachvollziehen kann, wo sich alles genau befindet. Autor des Buches ist der Kunstgeschichtler Peter Amann, der auf Sizilien und in Süditalien Studienreisen organisiert.

Sein reich bebildertes Buch untergliedert der Autor in die Rubriken:
Neapel und Hinterland
Capri
Ischia
Procida
Pozzuoli und Phlegräische Felder
Vesuv, Pompeji und Heraculaneum
Sorrentiner Halbinsel
Amalfiküste
Salerno und Paestum
Cilento und Vallo die Diano
Reiseinfos.

Zunächst kann man sich die TOP Ten der Reiseziele zu Gemüte führen, unter diesen Pompeji, Ravallo, aber auch Anacapri und Monte Salaro. In der umfangreichen Einleitung dann erhält man einen sehr guten Überblick über die gesamte Region, die beste Reisezeit, die kampanische Küche, die Weinbautradition, die Kaffekultur und im Rahmen einer zweiseitigen Auflistung erfährt man mehr über die Geschichte dieser Gegend.

50 Highlights werden vorgestellt. Dabei beginnt der Reigen mit Neapel und hier mit einem Rundgang durch die Altstadt, die UNESCO-Weltkulturerbe ist. Das Archäologische Nationalmuseum muss man gesehen haben und hier die pompejanischen Fresken, doch auch vieles andere in dieser schönen Stadt, von der aus man einen Ausflug nach Caserta unternehmen kann.

Das Schloss dort hat 1217 Räume und zählt gemeinsam mit dem Park ebenfalls zum Weltkulturerbe. Ein weiterer Ausflug führt den Besucher nach Capua. Dort ging einst Spartakus zur Schule. Anschließend lernt Capri kennen, eine hinreißend schöne Insel und dort auch die Villa San Michele, wo einst Axel Munthe seine Lebenserinnerungen zu Papier brachte. Ischia macht ebenfalls neugierig und hier speziell die Strände, doch auch auf den Folgeseiten erstaunen mich die weiteren Highlights, die ich unmöglich alle benennen kann.

Der Vesuv, Pompeji und Herculaneum werden sehr gut beschrieben, aber auch das Sehnsuchtsziel Sorrent und schließlich die Amalfiküste, die mich so sehr fasziniert, dass ich mir immer wieder wünsche, sie endlich doch noch  bereisen zu dürfen.

Wunschziele sind für mich all die Highlights in diesem Buch. Mitunter werden Wünsche ja auch wahr. Hoffentlich.

Empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Bruckmann-Verlag und können das Buch bestellen: http://www.bruckmann.de/titel-6190-golf_von_neapel_und_amalfikueste_undndash_zeit_fuer_das_beste_0.html. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke bestellen.

Rezension: Die schönsten Stadtplätze Österreichs- Thomas Winkler

Dieses reich bebilderte Buch begreift sich als Würdigung der mannigfaltigen Platzkultur Österreichs anhand ihrer unterschiedlichsten historischen und künstlerischen Facetten und zeigt die schönsten Beispiele aus den neun Bundesländern, vom mittelalterlich anmutenden Marktplatz in Feldkirch bis zum von der barocken Bürgerlichkeit geprägten Stadtplatz Schärdings, vom charmanten Kern der kleinsten Stadt bis zur würdevollsten Kulisse des größten Stadtplatzes des Landes. 

Zur Sprache gebracht werden die Entwicklung der Städte Österreichs sowie seiner Bundesländer und man lernt in diesem Zusammenhang einige sehr bemerkenswerte Städte kennen, natürlich Wien und Innsbruck, auch Salzburg und den Marktplatz von Dornbirn, der größten Stadt des Voralbergs, dem flächenmäßig kleinsten Bundesland zwischen Bodensee und dem fast 3000 Meter höher liegenden Gipfel des Piz Buins. 

Auch der Esterházyplatz in Eisenstadt wird thematisiert, den ich vor langer Zeit im Rahmen einer Burgenlandreise besucht habe und mich im Zusammenhang mit der historischen Burgenlandbeschreibung über ein  Foto  des Ortes Rust freute, dessen historische Altstadt Teil der Weltkulturerbestätte Neusiedler See ist. 

Politik, Gesellschaft und Macht, aber auch Wirtschaftskomponenten und Kunst sowie Kultur werden im Zuge weiterer Stadtpräsentationen beleuchtet. So liest man u.a. von der Bedeutung der Pfarrkirchen und Klöster in Österreich, auch vom einstigen Adel, der  vormals die tragende Gesellschaftsschicht in Österreich  bildete. Deshalb auch finden sich auf den Hauptplätzen der Städte stets repräsentative Adelspaläste.

Das Bürgertum in vergangenen Zeiten erweist sich ebenfalls als integraler Bestandteil des Stadtbildes, wie die Fotos verdeutlichen. Rathäuser werden fokussiert und man hat auch die Chance mehr über das Judentum in den österreichischen Städten zu erfahren, das die bürgerliche Revolution von 1848 mitgetragen hatte und 1867 rechtlich gleichgestellt wurde. Wien entwickelte sich bis zum 1. Weltkrieg zu einem der größten Zentren jüdischer Kultur in Europa. Man erfährt Wissenswertes zu Märkten in einzelnen Städten, zudem zu Handwerk und Gewerbe und in diesem Zusammenhang auch zum Salz- sowie Eisenhandel und zum Weinanbau, der in Österreich im 16. Jahrhundert seinen Höhepunkt erreichte. 

Über Brauhäuser wird man informiert, ferner über das Geld- und Bankwesen und schließlich auch zu Kunst- und Kultur. Immer wieder lernt man Städte kennen und dort Plätze und Häuser, die die hervorgehobenen Sachverhalte dokumentieren, so etwa das Thema Gotik, verkörpert am "Bummerlhaus" am Stadtplatz von Steyr oder aber was die Renaissance anbelangt am Kornplatz von Langenlois im Hinterland von Krems an der Donau. Seite für Seite wird viel Wissenswertes dargeboten und die Reiselust des Lesern motiviert. 

Ein schönes Buch. Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Verlag und können dort das Buch bestellen  http://www.pustet.at/Die-schoensten-Stadtplaetze-Oesterreichs_45_p375.html.  Sie können es jedoch auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Feinspitz im Salzkammergut- Doris Maier

Dieses Taschenbuch enthält 50 kulinarische Adressen im Salzkammergut. Zusammengetragen hat diese Empfehlungen die Kulinarik- und Reisejournalistin Dr. Doris Maier.

Wie sie in der Einleitung schreibt, tafelten bereits in längst vergangenen Zeiten im Salzkammergut berühmte Persönlichkeiten und deshalb auch erinnern Namen von diversen Speisen an diese Besucher.

72 % des Salzkammerguts zählen zu Oberösterreich 16% zur Steiermark und 12 % zu Salzburg. Von daher auch sind die kulinarischen Besonderheiten sehr verschieden und so kommt keine Langeweile auf. 

Wie die Autorin bekundet, soll "Feinspitz im Salzkammergut" ein Wahrzeichen sein, zu originellen Gastgebern, schönen Gastgärten und regionalen Spezialitäten. 

Die kulinarischen Reisen gehen jeweils rund um folgende Seen: Fuschelsee, Mondsee, Wolfgangsee, Attersee, Hallstättersee, Traunsee, Grundlsee und Altausseer See. Zudem um die Orte Bad Ischl & Bad Goisern und ins Almtal. 

Alle 50 Betriebe werden sehr gut beschrieben, ob nun Restaurants, Gasthöfe, Konditoreien oder auch ein Klosterhofladen. 

Für Reisende ist das Taschenbuch allemal eine Bereicherung und insofern empfehlenswert. 

Helga König

Bitte klicken Sie zum Verlag Anton Pustet, dann können Sie dort das Buch bestellen http://www.pustet.at/Feinspitz-im-Salzkammergut_33_p371.html. Soe können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke kaufen 

Rezension: Die Welt erleben- London- Königliche Metropole an der Themse- Bruckmann

Dieser Bildband der Fotografin Cath Harries und ihres männlichen Pendants Ingolf Pompe wird von dem britischen Fernsehjournalisten Peter Sahla kommentiert. Zu Beginn kann man sich auf einer doppelseitigen Karte einen geografischen Überblick über London verschaffen und wird anschließend mit ersten visuellen Eindrücken von dieser britischen Metropole vertraut gemacht. 

Die Römer hatte sich in den frühen 50er Jahren des 1. Jht. n. Chr. in Londinium angesiedelt. Wie es mit der Stadtgeschichte dann weiterging, erfährt man in der Folge und liest u.a. von dem Pestjahr 1358, das der Hälfte der britischen Bevölkerung den Tod brachte. 

1666 zerstörte das  "Great Fire of London" die Stadt fast vollständig. Wie sich der lange Weg dann in die Moderne vollzog, wird in der Folge sehr gut erläutert. Zur Sprache gebracht werden die Houses of Parliament, Westminster Abbey und Trafalgar Square, bevor man sich in die multikulturelle Vielfalt der Metropole vertiefen kann. 

Von Chinatown, Southhall, Soho und Notting Hill ist die Rede und in diesem Zusammenhang von den Wellen der Einwanderung und den Gründen hierfür. Der Buckingham Palace, St. James`s Park und Piccadilly Circus werden beleuchtet, bevor man sich mit dem alten und neuen Szenenviertel vertraut machen kann. Es werden alle wesentlichen Orte, auch Hampton Court, Greenwich, Pimlico und Southwark vorgestellt und man kann sich ausgiebig mit den Museen in London befassen und wem das noch nicht genügt, der hat die Chance über Shopping aller Art in London mehr zu erfahren, auch über „Selfridges“, das 2010 zum besten Kaufhaus der Welt gekürt wurde. 

Die Fotos von London in diesem Buch können nicht genug gelobt werden. Die Texte sind informativ. Gefallen haben mir auf den letzten Seiten auch die Hinweise auf Festivals & Events und die Adressen zum Übernachten und Genießen, sowie die praktischen Ratschläge der Rubrik London von A- Z. 

Empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen ie zum Bruckmannverlag und können das Vuch dort bestellen:http://www.bruckmann.de/titel-6782-london_0.html. Sie können es aber auch direkt bei  Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Thüringer Wald- Waldige Höhen, liebliche Täler und traditionsreiche Orte.

Thomas Bickelhaupt, der Autor dieses Buches, lebt in Weimar. Gemeinsam mit dem Fotografen Johann Scheibner bringt er dem Leser und Betrachter dieses reich bebilderten Reiseführers die Schönheit des Thüringer Waldes nahe. 

Bevor ich mich mit dem Inhalt des Buches näher befasst habe, vertiefte ich mich zunächst in die doppelseitige Landkarte auf Seite 20-21, die den Thüringer Wald zeigt, dann erst begann ich  mich mit den einzelnen Kapiteln näher zu befassen. 

Zunächst erfährt man wie das dortige Gebirge überhaupt entstanden ist und liest u.a. , was "Schneekopfkugeln" sind. Diese wertvollen Fundstücke aus Porphyr enthalten in ihren Hohlräumen Kristalle aus Amethyst, Achat und anderen Halbedelsteinen. 

Entstanden sind sie nach einem Vulkanausbruch vor 250 000 Millionen Jahren. Wissenswertes erfährt man im Hinblick auf die Höhlen im Thüringer Wald, so etwa von den Feengrotten bei Saalfeld. Zur Sprache gebracht wird auch die Flora und Fauna im Thüringer Wald. Dabei widmet die moderne Waldwirtschaft ihre besondere Aufmerksamkeit den charakteristischen Thüringer Bergwiesen. Es ist die Heilpflanze Arnika, die auf den sauren Wiesen am besten gedeiht. 

Sehr lesenswert ist der historische Exkurs "Die Eroberung des Thüringer Waldes- Siedler, Bergleute, Touristen". In diesem Zusammenhang wird Schloss Reinhardbrunn gezeigt, das auf den Ruinen des Hausklosters des Landgrafen von Thüringen errichtet und bereits 1085 gegründet wurde. Seit dem 12. Jahrhundert wird übrigens in Thüringen Erzbergbau betrieben. 

Erwähnt wird u.a. die Concordiakirche von Ruhla. Es ist die älteste in ursprünglicher Form gehaltene Winkelkirche mit zwei Kirchenschiffen. Fasziniert bin ich von einem Foto, das die Stadtkirche und den Marktplatz von Schmalkalden zeigt, einen Ort, den man besuchen sollte, weil er historisch viel zu bieten hat. Schmalkalden verdankte seinen Reichtum seit dem hohen Mittelalter dem Eisenerz und der Produktion von "Schmalkaldischen Artikeln" aus Eisen und Stahl. Alle, die im Geschichtsunterricht nicht geschlafen haben, wissen, worum es im "Schmalkaldischen Krieg" ging.

Über die sogenannte Rennsteigwanderung, auch Rust genannt, liest man Näheres. Der Rennsteig verläuft über 168, 3 km zwischen Saale und Werra. Auch die Wartburg als Symbol für Erneuerung und Aufbruch ist ein Thema und man erfährt auch etwas über Elisabeth von Thüringen, die heilige Gräfin, die als radikale Aussteigerin sich mit Hingabe der Bedürftigen widmete. 

Eisennach, der Geburtsort Johann Sebastian Bachs, aber auch Bad Liebenstein und der Große Inselberg werden beleuchtet, bevor man mehr über das Biospärenreservat Vessertal in Erfahrung bringen kann. Unerwähnt bleibt natürlich  auch Goethe nicht, der sich am Kickelhahn zu dem Gedicht "Über allen Gipfeln ist Ruh" inspirieren ließ. 

Saalfeld an den nördlichen Ausläufern des Thüringer Schiefergebirges lohnt es zu besuchen, doch es ist auch interessant, sich mit den Flüssen, Seen und Talsperren im Thüringer Wald näher zu befassen und die vielen Burgen und Schlösser in Augenschein zu nehmen. 

Beeindruckend ist die monumentale Anlage Schloss Friedenstein in Gotha. Gefallen haben mir zudem der Berichte über die mittelalterlichen Klöster in Thüringen und über altes Handwerk, wie etwa das Glasblasen und über die Porzellanmanufakturen. 

Auch über die Aktivitäten Goethes in Thüringen erfährt man das Ein oder Andere, wird zudem mit Geschichten und Sagen aus Thüringen konfrontiert und liest ganz zum Schluss etwas über die kulinarischen Gepflogenheiten in dieser Region. 

Alles in Allem ein gelungenes Buch, das Lust auf eine Thüringen-Reise macht. 

Kennen Sie Rudolstadt schon? Schloss Heidecksburg thront über dieser Stadt. Goethe, Schiller, Herder und Wieland weilten oft dort. Ein Grund mehr Rudolstadt zu erkunden. Wo man dort gut speisen kann, können Sie einem Gastinterview auf „Buch, Kultur und Lifestyle“ entnehmen. 

Empfehlenswert

Helga König 

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Bruckmann-Verlag und können das Buch bestellen. http://www.bruckmann.de/titel-8458-thueringer_wald_0.html. Sie können es aber auch direkt  bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: #Weimar- Zeit für das Beste- Bruckmann

Dieser wunderbare, handliche Reiseführer thematisiert Highlights, Geheimtipps und Wohlfühladressen in Weimar und in dessen Umgebung. 

Verfasst wurde das Taschenbuch von der Kunstgeschichtlerin Antje Vanhoefen. Die vielen schönen Fotos stammen von Ernst Wraba. 

Da ich bereits vielmals Weimar besucht habe, ist es für mich besonders interessant, nun einen neuen Stadtführer zur Hand zu haben und mir bewusst zu machen, dass ich noch immer nicht alles kenne.

Unter den TOP TEN der Reiseziele gleich zu Beginn finde ich das Goethehäuschen auf dem Kickelhahn. Das kenne ich beispielsweise noch nicht. 

Zunächst liest man allgemein Wissenswertes über Weimar, so etwa zur Geschichte, Kultur und Architektur, aber auch zur Musik. Sogar das kulinarische Weimar kommt zur Sprache und es wird auf typische Weimar-Literatur hingewiesen, nicht nur auf Thomas Manns "Lotte in Weimar", sondern auch auf Peter Merseburgers "Mythos Weimar- Zwischen Geist und Macht" und Volker Mauersbergers "Hitler in Weimar- Der Fall einer deutschen Kulturstadt", zwei wichtige Bücher, die auch ich gerne weiter empfehle.

Im Rahmen einer Datenauflistung erhält man einen historischen Überblick, anschließend werden in fünf Kapiteln 50 Highlights vorgestellt. 

Die fünf Kapitel lauten: 
Weimar Zentrum 
Weimar äußeres Stadtgebiet 
Von Weimar Richtung Osten 
Von Weimar Richtung Süden 
Von Weimar Richtung Westen 

Die Highlights werden alle bestens beschrieben, auch die Infos und Adressen sind perfekt gewählt. 

Sehr gut wird man u.a. über das Deutsche Nationaltheater informiert, aber auch über die Wohnhäuser Goethes und Schillers und über den berühmten Park an der Ilm 

Gefallen haben mir die Erläuterungen zum äußeren Stadtgebiet. Schloss und Park von Belvedere kenne ich und natürlich auch das KZ Buchenwald. Alle anderen Orte habe ich noch nicht besucht, trotz meiner vielen Weimaraufenthalte. Es gibt also noch viel zu sehen. 

Sehr neugierig auch machen mich die Sehenswürdigkeiten, die man beispielsweise in Jena besichtigen kann und vor allem die Dornburger Schlösser, die im Buch gut beschrieben sind. 

Es führt zu weit, alle Sehenswürdigkeiten zu benennen. Fest steht, durch dieses Buch wird eine Entdeckungsreise sehr spannend, denn man findet auch Highlights, die nicht jedem bekannt sind.

Die Reiseinfos zum Schluss runden das Buch dann gut ab.

Dass man das KZ Buchenwald nicht ausgespart hat, finde ich lobenswert, denn  dieser Ort macht bewusst, wie dünn das Eis  der Zivilisation und Kultur tatsächlich ist. 

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie Zum Verlag und können das Buch bestellen:http://www.bruckmann.de/titel-6188-weimar_undndash_zeit_fuer_das_beste_0.html. Sie können es aber auch beim Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Indien- Pier Paolo Pasolini, Andreas Altmann- Corso

Dieses kurzweilig zu lesende Reisebuch enthält neben brillant geschriebenen Texten eindrucksvolle Fotografien von Isabela Pacini.

Das Werk wurde aus dem Italienischen von Toni Kienlechner ins Deutsche übersetzt. Autoren sind der Schriftsteller, Regisseur und Publizist Pier Paolo Pasolini, der 1975 unter ungeklärten Umständen ermordet wurde und der Reiseschriftsteller Andreas Altmann, der seit 1996 siebzehn Bücher veröffentlicht hat und mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis sowie dem Seume-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 

Pasolini bereiste 1960 gemeinsam mit seinen Freunden Alberto Morovia und Elsa Morante den indischen Subkontinent. Seine Eindrücke kann man in einzelnen Kapiteln des vorliegenden Buches nachlesen und hat Gelegenheit zudem die Wahrnehmungen Andreas Altmanns zu studieren, die dieser Pasolini- und Indienkenner mehr als fünf Jahrzehnte später an den gleichen Orten Indiens gemacht hat. 

Es handelt sich also bei den Altmann-Texten um  sehr gut geschriebene Kommentare zu dem Reisebericht Pasolinis, der in Italien unter dem Titel "L`odore dell`India" ("Der Atmen Indien") erschienen ist. 

Wie Altmann festhält,  war Pasolini kein Intellektueller, "der vor seiner Reise, monatelang Schwarten wälzt und alte Dokumente dechiffriert." Es handelte sich  stattdessen um einen Künstler, um einen Menschen also, "der intuitiv auf ein Land zugeht, es sinnlich registriert, sinnlich einatmet."

Entsprechend beeindrucken dessen Reisebeschreibungen durch ihre Buntheit, die Altmann aufnimmt und auch seine farbenprächtigen Texte zu einem Lesegenuss der besonderen Art werden lassen. Dabei kommt bei dem Erwin-Kisch-Preisträger noch eine bemerkenswerte Eleganz der Sprache hinzu, die seine Texte unwiderstehlich werden lassen.

Das außergewöhnliche Reisebuch enthält Sachinformationen, aber auch Reflexionen, die dem Leser bewusst machen, dass Vielschichtigkeit Indiens für einen Mitteleuropäer letztlich ein ungelüftetes Geheimnis bleiben wird, selbst nach  der Lektüre vieler Bücher und ebenso vieler Reisen.

Indien ist mehr als die Summe der Eindrücke. Indien ist Spiritualität und als solche nur mit dem  der Seele wirklich erahnbar.

Empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Corso-Verlag und können das Buch bestellen.
http://www.corso-willkommen.de/die-buecher/indien-pier-paolo-pasolini-und-andreas-altmann/. Sie können es aber auch Direkt beim Buchhändler ordern.

Rezension: Apulien- Katja Büllmann- Corso

Dies ist eines der drei Bücher aus dem Corso-Verlag, in denen ich in den vergangenen Monaten immer mal wieder vor dem Einschlafen geschmökert habe, in der Hoffnung dann im Traum eine schöne Reise zu unternehmen. 

Der Untertitel des vorliegenden, bebilderten Reisebuchs über Apulien nennt sich "Typen, Träumer, Lebenskünstler. Land und Menschen am Rande Europas". Verfasst hat es die freie Reise-Journalistin Katja Büllmann. Die Fotos realisierte Giovanni Troilo. 

Dabei lässt  die Autorin gleich zu Beginn den Leser wissen, dass Apulien Gegensätze vereint und dass sie durch Menschen, die sie dort kennenlernte, mancherlei verstanden habe, was die Region ausmache. Büllmann stellt zehn unterschiedliche Menschen aus Apulien vor, die in der Geschichte, Tradition und Kultur ihres Landes verwurzelt sind. Die Rede ist u.a von einem Kleinfischer, der einem der ältesten Gewerbe der Welt nachgeht, das heute jeder realistischen Grundlage entbehrt, weil eine Lizenz um die 20. 000 Euro kostet, was unter normalen Umständen für die Kleinfischer kaum aufzutreiben sei. 

Auch der Präsident von Apulien wird vorgestellt und mit ihm sein Traum auch in der Politik Offenheit zu leben. Dieser Präsident wird von der jungen Generation, auch von Intellektuellen und Künstlern geschätzt, nicht zuletzt, weil er keine Berührungsängste hat. Seine politischen Visionen verbreitet er übrigens über Twitter und Facebook. 

Spannend zu lesen ist das, was über den Aberglauben in Apulien hier im Buch ausgebreitet wird. Eine 94 jährige Katholiken befreit ihr Dorf vom bösen Blick. Offenbar haben die Menschen in Apulien große Angst vor diesem Blick, den bekanntermaßen neidische und missgünstige Zeitgenossen übelwollend an den Tag legen und  offenbar Ungutes damit bewirken können. 

Man liest von dem Leben und Wirken eines Priesters, auch eines Schriftstellers, der vormals Mafiajäger war und kann sich durch die Persönlichkeitsbeschreiben eines Hoteliers eine Vorstellung von apulischer Gastfreundschaft machen. 

Doch ich möchte nicht zu viel verraten… 

Ganz zum Schluss im Rahmen des Porträts des Floristen Giuseppe Armenise erfährt man, dass es im Apulien Olivenbäume gibt, die fast 1000 Jahre alt sind. Diese Bäume dürfen nicht verpflanzt werden, wenn sie der Nachwelt erhalten bleiben sollen. Für Armise ist das "intensive, fast surreale Silbergrün der Blätter pure Energie". Die Bäume, die vom Blitz getroffen werden, erscheinen jahrelang fast tot, doch dann grünen sie erneut aus. Diese Resilienz haben die Bäume mit den Apuliern gemeinsam, wie man erfährt. Schaut man auf die Landschaftsbilder, so begreift man auch, weshalb.

Ein leises und dabei eindringliches Reisebuch, das  die Neugierde auf Apulien weckt.

Empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Everyone Loves Paris- By Leslie Jonath- teNeues

Was kann erbaulicher sein, als das Rezensionsjahr 2015 mit einem  etwas ausgefallenen, aber sehr ansprechenden Reisebuch zu beginnen, das sich mit Paris beschäftigt? 

"Everyone Loves Paris" enthält zauberhafte Illustrationen von mehr als 50 Künstlern, die mit wenigen Pinselstrichen, all das verewigt haben, was man an dieser Stadt so sehr liebt und weshalb man sie immer wieder gerne besucht. 

Die Herausgeberin des Buches ist Leslie Jonath. Sie lebte als Kind in Paris und hat bereits einige Bücher verfasst. Ihre Einleitung ist in englischer, französischer und deutscher Sprache abgedruckt.

Hier lässt sie die Leser wissen, dass sie bei der Auswahl der Bilder darum bemüht war, neben den Wahrzeichen, auch kleine Details miteinzubeziehen, die Paris so ungemein liebenswert machen, so etwa grüne Bäume in einem kleinen Park, Bistros, aus denen Gelächter und Musik dringen etc.

Klischees? Ja, zweifelsohne, aber sie wurden auf eine witzige Art künstlerisch umgesetzt. Das versöhnt sofort. 

Man begegnet im Rahmen der Illustrationen Bildern von Künstlern aus aller Welt. Auf den letzten Seiten werden die Namen aller Illustratioren genannt, so dass man sich im Internet über diese weiter informieren kann. 

Die Illustrationen bestechen durch Farbenfreude und lösen in erster Linie Lebenslust aus. Auf mich wirken die Illustrationen wie eine Ansammlung hübscher, aussagekräftiger Postkarten aus Paris und ich stelle mir vor, wer sie  verfasst haben und was der Rückseite  jeweils zu entnehmen  sein könnte. 

Man erlebt Menschen beim Genießen eines guten Essens oder beim Betrachten eines Schaufensters einer Patisserie, beim Lesen im Park, beim Einkaufen, beim Trinken eines Espressos in einem kleinen Bistro, auch mit einem Glas Rotwein in der Hand und natürlich beim Küssen,  h`m,  seltener... 

Gezeigt werden auch Häuserzeilen und eine illustrierte Karte, in die ich mich vertiefe und mir vornehme, in diesem Jahr erneut nach Paris zu reisen. Die Illustrationen bewirken, dass man trotz aller gezeigten Klischees den Geist der Stadt erahnt, erstaunlicherweise mehr als in einem hochinformativen Reiseführer. Das verblüfft. 

Empfehlenswert.
Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link,  dann gelangen Sie  zum teNeues-Verlag und  können das Buch bestellen. http://www.teneues.com/shop-de/everyone-loves-paris.html  Sie können es aber auch direkt  bei ihrem  Buchhändler vor Ort ordern

Rezension: Cornwall und Devon Zeit für das Beste- Michael Pohl/Franz Marc Freitag

Dieser Taschenbuchreiseführer wurde von dem Autor Michael Pohl, der Kenner der Britischen Inseln ist und dem Fotografen Marc Frei auf den Weg gebracht. 

In der Innenseite des vorderen aufklappbaren Buchdeckels befindet sich ein Kartenausschnitt, der dem Unkundigen begreifbar macht, wo Cornwall und Devon lokalisiert sind. 

Im Buch werden 50 Highlights näher beschrieben, zudem gibt es jeweils Übersichtskarten und Detailpläne zu jedem Highlight, des Weiteren Autorentipps für unbekanntere Sehenswürdigkeiten und Infos im Hinblick auf Touristenfallen. 

Zunächst lernt man die TOP Ten der Sehenswürdigkeiten dort kennen und erhält in der Folge einen generellen Überblick über Cornwall und Devon. Abgerundet wir dieser mit historischen Fakten. 

Die 50 Highlights in nachstehende Kapitel unterteilt: 
Der Westen Cornwalls
Der Osten Cornwalls 
Devons Südküste 
Dartmoor und das Herz Devons 
Nord-Devon und Lundy Island 
Reiseinfos 

Die Highlights werden allesamt sehr gut besprochen. Dabei verschaffen die vielen Fotos einen hervorragenden visuellen Eindruck, was den Besucher erwartet. Die Fakten werden sprachlich sehr gut übermittelt und sind bestens strukturiert. Das bedeutet, das Buch ist ein guter Reisebegleiter, Speziell weil es auch Wohlfühladressen nennt und man nach ausgiebiger Besichtigungstour gezielt irgendwo essen, trinken und übernachten kann, ohne befürchten zu müssen, über den Tisch gezogen zu werden.

Empfehlenswert.

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Rezension: #Reisen ist Sehnsucht nach dem Leben- #Corso

Die Sentenz von Kurt Tucholsky "Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben“ ist ein gut gewählter Buchtitel für diesen Corso-Almanach für Welten- und Kulturenbummler. 

Texte von insgesamt 59 namhaften Autorinnen und Autoren sind in diesem lesenswerten Buch versammelt. Sie alle erzählen Geschichten oder aber haben Reiseberichte verfasst, die den Leser an die unterschiedlichsten Orte auf dieser Welt führen. Paris ist oft vertreten, zudem London und Rom, allerdings sind auch sehr bemerkenswerte Beiträge über Orte wie Ulan-Bator, Salvador de Bahia oder Mumbai dabei. Die Texte erstrecken sich selten auf mehr als drei Seiten, lassen sich also jeweils vor dem Einschlafen lesen, um sich so auf einen dann hoffentlich schönen Traum vorzubereiten. 

Man kann das Buch in einem Rutsch durchlesen, was ich nicht so sinnvoll finde, oder sich bestimmte Orte herauspicken, um zu schauen, was die Autoren dazu zu berichten haben oder wie ich es tat, zunächst die Autoren im Inhaltsverzeichnis  studieren und die Lesereise mit  bekannten Autoren beginnen, um dann reisend die anderen zu entdecken. 

Den Anfang machte ich mit dem von mir sehr geschätzten amerikanischen Schriftsteller Louis Begley, dessen amüsante Shortstory auf Paris und die Liebe einstimmt, auch Walter Benjamin schreibt über diesen Traumort, doch eher als intellektueller Flaneur und Liebhaber der Stadt und nicht der Frauen dort in seinem Bett. 

Keiner schafft es, so wunderbar über Orte und Regionen auf unserer Erde zu berichten wie Andreas Altmann "Jupiteraugen in einem anderen Planetensystem" ist eine schöne Einstimmung auf sein Buch "Indien", das ich in den nächsten Tagen rezensieren werde. 

Das Kurzinterview mit dem Titel "Frieden und Versöhnung" von Daniel Barenboim sollte man nicht verabsäumen zu lesen. Für den berühmten Musiker ist das West-östliche Divan Orchester ein lebendiges Symbol für eine bessere Zukunft im Nahen Osten. Dies empfänden seine Musiker genau wie er und deshalb hielten sie zusammen, schreibt Barenboim. Gelebtes Miteinander ist immer der Weg zu Frieden und Versöhnung, das sehe ich auch so. 

Im Rahmen der Rezension ist es natürlich unmöglich, über alle Autoren und Texte etwas zu schreiben. Es geht bei ihren Reisen stets um Welterfahrung und Herzensbildung.

Gefallen hat mir der der nachdenkliche Bericht Horst Günthers zu Bali und dessen fast poetischer Schluss, der den Besuch einer Theaternacht thematisiert…."Das dramatische Spiel folgt alten, indischen Epen, einmal auf der Ebene von Prinzen und Heldentaten und gespiegelt auf der Ebene der lustigen Personen, shakespearisch, endlos und fesselnd bis zum Morgengrauen… hier war ich der einzige Fremde, löffelte abends den Reis mit den Musikern und schlich morgens müde zu meinem Hotel, das über das alte Becken verfügte, in dessen vulkanisch temperiertem weichen Wasser man zwischen Seerosen schwamm.“

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Corso-Verlag, dann können Sie das Buch bestellen http://www.corso-willkommen.de/die-buecher/. Sie können es aber auch bei ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: St. Petersburg- Zeit für das Beste- Highlights- Geheimtipps- Wohfühladressen- #Bruckmann

Die Reisetaschenbücher dieser Serie aus dem Bruckmann-Verlag lese ich stets mit besonderem Vergnügen, weil sie Reiseziele immer vielfältig beleuchten. Das trifft auch auf den Reiseführer zu, der den Leser mit nach Petersburg nimmt.

Der Autor Lothar Deeg lebt seit 20 Jahren als Journalist und Korrespondent in St. Petersburg. Gemeinsam mit dem Fotograf Olaf Meinhardt hat er dieses handliche Buch auf den Weg gebracht, das mit einer aufklappbaren Stadtkarte seinen Anfang nimmt.

Untergliedert sind die 50 näher thematisierten Highlights in die Rubriken:
Das Zentrum der Zaren
Stadtmitte
Der Westen der Innenstadt
Der Norden- Petrograder Seite
Der Osten- Jenseits der Fontanka
"Leningrad“
Ausflüge.

Daran dann schließen sich sehr hilfreiche  Reiseinfos an.

Zunächst geht es wie immer um die TOP TEN. Zu diesen zählen die Eremitage und das Bernsteinzimmer, dessen Rekonstruktion man seit 2003 im Katharinenpalast erneut bewundern kann. Man erfährt allgemein Wissenswertes zu dieser alten Zarenmetropole und kann sich über die Stadtstruktur, den Naturraum, die Stadtgründung, die Baustile, das Stadtzentrum, die Zarenschlösser, auch über die Petersburg-Literatur u.a. mehr ein  Bild machen.

Auf zwei Seiten erhält man auch einen ersten Überblick über die Geschichte dieser Stadt und kann sich dann in die 50 Highlights vertiefen. Übersichtskarten und Detailpläne zu jedem Highlight ermöglichen eine rasche Orientierung und Autorentipps enthüllen selbst unbekanntere Schätze.

Aufgrund der vielen Bilder und ausführlichen Texte gewinnt man einen sehr guten Eindruck von St. Petersburg, eine Stadt, die ich sehr gerne besuchen würde, weil sie so enorm viel zu bieten hat.

Den Reisefüher als Begleiter mitzunehmen, halte ich für unumgänglich .

Empfehlenswert.

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Bruckmannverlag und können das Buch bestellen.http://www.bruckmann.de/titel-6194-st_petersburg_undndash_zeit_fuer_das_beste_0.html. Sie können es aber auch direkt  bei Ihren Buchhändler vor Ort ordern.


Rezension: Gault& Millau Deutschland 2015- Jetzt mit Premium-App- Web- Update

Vor mir liegt der neue Gault & Millau Deutschland 2015, der sich auf dem vorderen Buchdeckel als Reiseführer für Genießer vorstellt und zudem den nicht kundigen Leser wissen lässt, dass hier die besten Restaurants neu getestet und kommentiert worden sind, man zudem noch Hotelempfehlungen und neueste Kulinarik-Trends erhält. 

Auf der Innenseite des aufklappbaren Buchdeckels findet man eine heraustrennbare Karte mit einem Aktivierungscode für den Web& App- Service des Gault& Millau Deutschland 2015. Mit dem Erwerb des Buches bekommt man jederzeit und von überall Zugriff auf alle Daten und Inhalte des Gault & Millau Deutschland 2015. Damit ist man als Käufer stets auf dem neuesten Stand des Guides ohne weitere Kosten. 

Nach einem Vorwort von Patricia Böhm kann man sich zunächst mit Genusstrends befassen. Der neueste Gastrotrend heißt "Casual Fine Dining", dabei geht es um erstklassige Küche, die in einem betont lockeren Ambiente serviert wird. International soll der Trend in der gehobenen Gastronomie längst ein Thema sein. 

Auch über eine neue Generation von Weinbars liest man Wissenswertes und über deutsche Köche, die weltweit Karriere machen. Dann wird auch noch die neue kulinarische Modefarbe der deutschen Spitzengastronomie thematisiert. Es handelt sich dabei um die Farbe Grün. Trendprodukte kommen zur Sprache, wie auch Trendgerichte deutscher Spitzenköche, Asiatisch für Fortgeschrittene und ein neuer Aperitif runden dann schließlich die Präsentation der Genusstrends ab. 

Die Auszeichnungen für das Jahr 2015 beginnen bei dem Koch des Jahres 2015. Gekürt wurde Christoph Rüffer (Haerlin in Hamburg). Wie immer erfährt man  bei allen, die ausgezeichnet wurden, auch kurz die Gründe. Unmöglich an dieser Stelle alle Ausgezeichneten zu benennen, nicht unerwähnt lassen möchte ich aber den Sommelier des Jahres Daniel Kiowski, den leidenschaftlichen Repräsentanten und wortgewandten Herold der Region Mosel/Saar/Ruwer, der auf Schloss Berg in Perl –Nennig sein umfangreiches Wissen bereithält,um Gäste damit zu beglücken, 

Nicht uninteressant zu wissen ist, dass Thomas Althoff zum Hotelier des Jahres gewählt wurde. Er führt Hotels wie beispielsweise Schloss Lerbach oder das Hotel Überfahrt in Rottach-Egern. Es werden Reisen zu den "Besten Adressen" aufgelistet, nicht nur in Deutschland, sondern auch anderenorts. 

Vorgestellt werden zudem junge Talente, so etwa den jungen Koch Christian Eckhardt aus Königstein/Taunus, der dort in der Villa Rotschild kocht. Aufgelistet sind in der Folge die besten Restaurants. Die Höchstnote 19,5 Punkte haben nur 4 Restaurants erhalten. 

Sehr gut erläutert werden die Kriterien für die Benotung der Küche und man wird auch bestens unterrichtet wie man den Gault & Millau zu lesen hat. 

Wie in jedem Jahr werden die Restaurants & Hotels von Aachen bis Zwickau vorgestellt und näher erläutert und bewertet, wobei der Redaktionsschluss der 13. Oktober 2014 ist und alle Restaurants 2014 getestet wurden.

Jeder Restaurantbeschreibung sind die Anschriften beigegeben und alle wesentlichen Fakten, die es im Vorfeld einer Reise einfach macht, sich genau das zu suchen, was man benötigt. Auf den letzten Seiten warten Landkartenausschnitte auf den Betrachter und in einem beigefügten Heft wird man zudem mit ausgewählten Hotels in Europa vertraut gemacht. Wie in den Jahren zuvor ist auch 2015 der Gault&Millau Deutschland eine Bereicherung für alle, die das Rad nicht neu erfinden wollen, sondern sich auf Kenner verlassen, wenn sie gut speisen oder niveauvoll übernachten möchten. 

Empfehlenswert

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Christianverlag http://www.verlagshaus24.de/titel-44686-gaultundmillau_deutschland_2015_185.html und können das Buch dort direkt bestellen. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Romantische Traumreisen- Jasmina Trifoni

Dieser wunderbare Bildband stellt 81 exklusive Reiseziele weltweit vor. 

Im Vorwort erfährt man ein wenig dazu, wie junge britische Paare einst reisten und woher der Begriff "honeymoon" (Honigmond), bei uns Flitterwochen genannt, kommt.

Die Traumziele im vorliegenden Buch sind allerdings  nicht nur für Menschen gedacht, die sich in Flitterwochen befinden, aber für diese wohl besonders. Über jedes der Reiseziele erfährt man im Rahmen von informationsreichen Textporträts stets Wissenswertes, kann sich stets in traumhafte Fotos vertiefen, die auch immer kurz erläutert werden und ist im Grunde bereits während des Lesens ein wenig  an den beschriebenen Orten.

Schon beim ersten Durchblättern stellt man fest, dass überall auf der Welt es wahrlich traumhafte Plätze gibt, die man gesehen haben sollte, die so romantisch sind wie hübsche Liebesgeschichten. Seinen Anfang nimmt das Buch dabei mit der Präsentation von Bora Bora- Französich Polynesien.

Weil wir heute auf  "Buch, Kultur und Lifestyle" Champagner aus dem Hause Alfred Gratien vorgestellt haben,  habe ich mich vorhin  in das Reiseziel "Champagne" besonders vertieft. 150 Kilometer von Paris entfernt,  lädt die Champagne zur Entdeckungstour ein. Ganz in der Nähe vom Zentrum von Reims befindet sich La Domaine le Crayères. Es handelt sich um das wohl außergewöhnlichste "Relais et Château" Frankreichs. In seinem Keller lagern über 300 der besten Champagnersorten und in Reims selbst lagern in 110 Kilometer in Stein gehauene Gänge 200 Millionen Flaschen. Besuchen kann man entlang der Avenue de Champagne die Kellereien von Moet et Chandon, Perrier Jouet, Mercier und Pol Roger, sowie von anderen berühmten Herstellern. 

Ganz hervorragend beschrieben auch ist das Loire- Tal. Als Hotelunterkunft lernt man das Château des Briottières kennen. Einfach märchenhaft. 

Überrascht war ich Megève im Buch zu entdecken. Dort feierte ich den Jahresbeginn 1980. Lange ist`s her.

Venedig wird für alle Liebenden ein Traum bleiben. Wunderbare Bilder, ein guter Text und die Präsentation des Hotels Danieli machen mehr denn neugierig.

Wie soll ein Mensch sich bei all den schönen Orten und erwähnten Hotels entscheiden können? Hier hilft nur,  sich mehrfach zu verlieben, um mehrfach  romantisch verreisen zu können. Es kann ja durchaus stets die gleiche Person sein.

Mein Wunschziel bleibt Portofino. In einem alten Kloster dort ist das Belmond Hotel Splendido untergebracht. Umgeben ist es von einem zauberhaften, abfallenden Garten mit jahrhundertealten Bäumen. Kann es etwas Schöneres geben?

Sehr aufmerksam studierte ich den Text zum Reiseziel Côte d `Azur.  Saint-Paul-de Vence ist wirklich ein selten schöner Ort und alles, was zum Colombe d ´Or geschrieben worden ist stimmt. Ich kann es bezeugen, da ich das Hotel recht gut kenne.

Natürlich reizt auch die Amalfiküste und auch Korcula/ Kroatien. Marco Polo wurde dort in Kroatien geboren und der Ort zählt heute zu den schönsten in dieser Welt,  Zauberhaft aber auch ist Andalusien in Südspanien und das Douro- Tal in Portugal, gewiss auch Marrakesch und eine Reise, die den Nil entlang führt.

Mit einem kleinen Schiff, das maximal 20 Passagiere aufzunehmen in der Lage ist, kann man den Nil entlang fahren. Zwei Personen jeweils in einer Panorama- Kabine. Dies zu erleben, muss unvergesslich sein. 

Die Bilder von den Seychellen zeigen, dass dort das wahre Paradies ist. Wer hier die Granitformationen von Anse Source d` argent im Sonnenuntergang gemeinsam mit einem geliebten Menschen bewundern darf, ist ein Glückspilz.

Alles aufzuzählen, was ich hier sehe, führt zu weit. Fantastische Aufnahmen von den Victoria-Fällen machen deutlich wie wundervoll es sein muss, im Royal Livingstone Hotel zu wohnen, um dort zu erahnen wie es einst zu Zeiten der großen Entdecker dort  gewesen sein muss.

Yucatán ist sehr gut beschrieben, aber auch die kleinen Antillen sowie Amazonien und die Reise von Cusco nach Machu Picchu. Wer alles gesehen hat, dem bleiben doch noch die Gletscher des argentinischen Patagoniens.

Diesen aber würde ich derzeit wohl lieber eine Reise auf der Dahabiya vorziehen, in einer dieser Suiten mit Blick auf die Nillandschaft. Das Panorama ist gewiss unvergesslich.

Sehr empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum White Star Verlag und können das Buch bestellen. http://www.bruckmann.de/suchergebnis.cfm?quicksearch=romantische+Traumreisen&x=12&y=13. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Lago Maggiore- Zeit für das Beste- Highlights-Geheimtipps-Wohlfühladressen

Dieser Reiseführer wurde von der Autorin Nana Claudia Nenzel und dem Fotografen Norbert Kustos auf den Weg gebracht. Claudia Nenzel erhielt bereits für ihre Verdienste um die Verbreitung der italienischen Kultur in Deutschland seitens des italienischen Staatspräsidenten eine hohe Ehrung und beginnt das Buch mit einem Zitat des italienischen Romanautors Manzoni.

Im aufklappbaren vorderen Buchdeckel hat man Gelegenheit, sich einen visuellen Eindruck von der im Buch näher beschriebenen Region machen.

Die Top Ten der insgesamt 50 fokussierten Highlights werden gleich zu Beginn vorgestellt. Diesen folgen dann allgemeine Betrachtungen zur Region und ein sogenannter "Steckbrief Lago Maggiore"

Noch bevor man sich mit den 50 Reisezielen befassen kann, erfährt man bereits Wissenswertes zur Bevölkerung, der Lebensweise und der sozialen Struktur am Lago, auch dass Naturschutz ganz groß geschrieben ist und der Lago von mehreren Naturschutzgebieten umrahmt wird, wird erwähnt

Über die kulinarischen Genüsse der Region wird man gut aufgeklärt, erhält sogar Informationen über Lektüre zum Vorlesen oder Mitnehmen, darunter Alessandro Manzonis "Die Verlobten". Auch einen kleinen historischen Überblick kann man sich verschaffen und liest hier, dass die Schweizer das Nordufer des Sees im 16. Jahrhundert besiedelten und  es bis heute im Besitz des Kantons Tessin ist

Die erwähnten, reich bebilderten Highlights sind in 6 Rubriken untergliedert.

Das Ticino
Das italienische Nordufer
Das italienische Südostufer
Das italienische Nordwestufer
Der italienische Südwesten
Ausflüge

Danach folgen dann Reiseinfos.

Die Beschreibung der ersten Rubrik beginnt mit der größten Stadt am Ufer des Schweizer Lago Maggiore. Dabei handelt es sich um Locarno. Wie  alle Highlights wird auch dieses gut porträtiert. Man erhält Infos und Adressen zu allem, was für Touristen wichtig ist und kann sich dann umfassend mit allen 50 Highlights näher befassen.

Lugano und sein See stimmen mich neugierig aber viele andere Orte ebenfalls. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann dort an diesem See mich einem Monat lang zu erholen, um neue Kraft zu schöpfen für das, was noch alles bevorsteht.

Sehr gute Übersichtskarten und Detailpläne zu jedem Highlight verschaffen dem Reisenlustigen einen schnellen Überblick und eine gute Orientierung. Viele Autorentipps am Rande  führen auch zu weniger bekannten aber dennoch interessanten  Orten. Wohl dem, der das Glück hat, seine letzten Jahre an solch schönen Plätzen verbringen zu dürfen.

Sehr empfehlenswert.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Verlag und können das Buch bestellen.http://www.bruckmann.de/titel-6182-lago_maggiore_undndash_zeit_fuer_das_beste_0.html. Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension Peter J. König: Vom Rhein zur Nord- und Ostsee- Flüsse und Kanäle zwischen Rhein, Ems und Elbe- Manfred Fenzl Edition & Maritim

Der Autor und profunde Kenner der deutschen Binnengewässer Manfred Fenzl hat in der Edition Maritim vom Delius Klasing Verlag einen Führer für die norddeutschen Flüsse und Kanäle zwischen Rhein, Ems und Elbe auf den Weg gebracht, der jeden Inhaber eines Sportbootsführerscheines in die Lage versetzt diese Gewässer bestens informiert zu befahren. 

Wie Fenzl in seinem Vorwort darlegt, wird damit eine Lücke geschlossen, denn wie er berichtet, werden von amtlicher Seite den Binnenschiffern keine offiziellen Karten angeboten. Um diese Lücke zu schließen hat sich der Autor, gemeinsam mit seiner Frau Inge zu diesem sehr informativen Buch entschlossen, indem er exakt die einzelnen Routen beschrieben hat, Gewässer-Kilometer für Gewässer-Kilometer mit all seinen Besonderheiten, wie Schleusen, Liegeplätzen, Servicebetrieben aber auch den Telefonnummern der Wasserschutzpolizei und dem jeweiligen UKW-Funk. 

Der reine Betrieb auf den Wasserwegen ist die technische Voraussetzung für die Bootsführer und ihrer Mannschaft an Bord. Da es sich aber in der Regel nicht um die kommerzielle Schifffahrt handelt, darf der Freizeitfaktor dabei nicht zu kurz kommen. Hierbei leistet das Werk hervorragende Dienste, denn es gibt an, wo die schönsten Yachthäfen sind, welche Sehenswürdigkeiten entlang des Wassers auf die Skipper warten und wo man Duschen, Essen und sich Vergnügen kann. 

Da tappt keiner im Dunkeln oder muss sich auf ein ungewisses Abenteuer einlassen. Die Reise lässt sich exakt planen, nichts muss dem Zufall überlassen werden. So macht der Törn durch die norddeutschen Binnengewässer richtig Spaß, denn nicht der Stress sollte hier dominant sein, sondern allein die Freude und Erholung ist Ziel der Reise, wenn man dahingleitet durch grüne, freundliche Landschaften oder mal wieder eine nächste Schleuse durchquert, alles ruhig und entspannt nach informativer Kommunikation über Funk. Besser können eine Vorbereitung und die Durchführung eines solchen Urlaubstörns nicht gelingen. 

Damit der Leser schon einmal einen ersten Eindruck bekommt, wie dieser Führer aufgebaut ist, hier die einzelnen Kapitel: 
Los geht es also mit dem Vorwort, wo Manfred und Inge Fenzl darstellen, was es mit dem Buch auf sich hat.
Danach folgt die Einleitung, die über die hier verwendeten Symbole und Karten aufklärt.

In den nächsten fünf Kapiteln werden dann ausführlich die einzelnen Routen besprochen:
Vom Rhein zur Nordsee
Das Revier zwischen Ems und Jade
Vom Rhein zur Elbe
Die Elbe
Von der Elbe zur Ostsee
Zum Schluss folgt noch ein Ortsregister. 

Dort lässt sich Schlagwort-artig sofort nachschauen, was jeweils in den einzelnen Kapiteln über die gesuchte Information zu finden ist. Überhaupt ist festzustellen, dass dieser Bootsführer sich durch eine besondere Überschaubarkeit auszeichnet, hier benötigt man keinen „Führer für den Führer“, sofort ist man im Bild und kann alle Informationen uneingeschränkt nutzen. Deshalb lautet das Fazit kurz und bündig:

 Empfehlenswert 

 Peter J. König


Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Verlag und können das Buch bestellen <a href="http://">http://www.delius-klasing.de/buecher/Vom+Rhein+zur+Nord-+und+Ostsee.191822.html Sie können es aber auch bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Die Welt erleben- Mecklenburg-Vorpommern-Zwischen Ostsee und Seenplatte- Melitta Kolberg, Johann Scheibner

Gleich zu Beginn dieses schönen Reisebuchs hat man Gelegenheit auf einer doppelseitigen Landkarte,  sich einen Überblick über die Region zu verschaffen, die in diesem Buch näher beschrieben wird. Wer nicht ortskundig ist, sollte sich nicht scheuen, beim Lesen stets erneut zu schauen, wo die einzelnen Orte, von denen die Rede ist, sich konkret befinden. Suchen schult und erleichert die Orientierung beim Reisen.

Untergliedert ist das Buch, dessen imposante Fotos man nicht genug loben kann, in die Abschnitte: 
Das Land zwischen Ostsee und Seenplatte erleben
Strände und Städte an der Festlandküste
Auf der Sonnenseite- die Inseln
Das Hinterland
Reiseteil

Mecklenburg-Vorpommern besitzt im Küstenbereich über 50 Inseln mit einer Gesamtfläche von 1407 Quadratmetern. Viele dieser Inseln sind sogenannte Mikroinseln und liegen im Boddengewässer von Usedom, Rügen und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Man erfährt Wissenswertes zur Geschichte der Region. Der Name Mecklenburg geht übrigens auf Michlenburg zurück, das die Übersetzung des slawischen Wiligrad (große Burg) ist. Damit war eine Festung südlich der Wismarer Burg gemeint, von der nur ein hoher Wall im heutigen Dorf Mecklenburg erhalten ist. Es führt zu weit, die komplexe Geschichte hier wiederzugeben.Man sollte sich aber vor einer Reise damit befassen, um Sehenswürdigkeiten besser einordnen zu können.

Orte wie Wismar, Bad Doberan, Rostock, Stralsund, Greifswald und Wolgast werden näher beleuchtet. Dabei repräsentiert die Altstadt von Wismar noch heute idealtypisch die Hansestadt aus der Blütezeit des Städtebunds im 14. Jahrhundert. Welche der schönen Städte man nun vorrangig besuchen sollte, kann ich nicht sagen. Alle scheinen ihren eigenen Reiz zu haben. 

Mich fasziniert Stralsund besonders, die Stadt, die ähnlich wie Wismar den Status als UNESCO Weltkulturerbes hat. Dort gibt es zahlreiche Gebäude aus dem 14. Jahrhundert, die aber zum Teil vom Barock überformt wurden. 40 alte Baudenkmäler wurden im letzten Krieg zerstört, aber 600 Häuser aus vergangenen Zeiten fielen der DDR zum Opfer. Unglaublich. Welche Geisteshaltung stand dahinter, die alte Kultur so respektlos zu behandeln?

Ich verliebe mich während der Lektüre in die Universitätsstadt Greifswald. Gegründet 1456. Neben den Städten lernt man die großen Inseln kennen. Einige habe ich eingangs bereits genannt; Poel und Hiddensee möchte ich noch dazu fügen. Die der Hansestadt Wismar vorgelagerte Insel Poel scheint einen besonderen Reiz zu haben, uneitel sei sie und man könne sie mit dem Fahrrad erkunden. Ich war noch nicht dort, wohl aber im Fischland-Darß-Zingst, vor Jahrhunderten noch richtige Inseln, bis im 13. Jahrhundert schließlich zwei trennende Flussmündungen verlandeten. Ahrenshoop, eine einstige Malerkolonie dort, ist traumhaft. Da pflichte ich den Autoren gerne bei.

Loben muss man die Beschreibung von Rügen und Usedom, aber auch des Hinterlandes. Genau dort gibt es Orte, die ich gerne mal besuchen würde, so etwa Schwerin, aber vor allem das Ludwigsluster Schloss und das Renaissanceschloss Güstrow. Gut, dass der Künstler Barlach erwähnt wird. Die "Schwebende von Barlach"  befindet sich im Dom von Güstrow. Barlach allein schon wäre eine Reise wert.

Für den schnellen Überblick sind die Top Ten von Mecklenburg Vorpommern aufgelistet und ich nehme mir vor, Rügens Kreidefelsen irgendwann tatsächlich zu bestaunen, zuvor aber nochmals nach Ahrenhoop zu reisen. 

Zum Schluss des Buches erfährt man alle wesentlichen Eckdaten für Reisende, sodass man sich gut informiert auf den Weg machen kann. Weshalb nicht in den Wintermonaten? 

Empfehlenswert.


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Rezension: Bodensee und Oberschwaben- Fruchbare Ufer, barocke Krichen und lebendie Städte- Britta Mentzel. Achim Mende

Die Autorin Britta Mentzel und der Fotograf Achim Mende bringen dem Leser in diesem reich bebilderten Buch das Bodenseegebiet und Oberschwaben näher. Anhand einer doppelseitigen Karte kann man sich einen Überblick über den drittgrößten See Mitteleuropas verschaffen, der seine Existenz den Gletschervorstößen mehrerer Eiszeiten verdankt. In seiner Grabenform ist der Bodensee etwa 10 000 bis 14 000 Jahre alt und entstand nach Rückzug der würmeiszeitlichen Gletscher. Als sich vor etwa 12 000 Jahren das Klima wieder erwärmte und der Rheingletscher komplett abschmolz, gestaltete sich eine Seefläche, die doppelt so groß war wie heute. 

Berichtet wird von der Siedlungsgeschichte und in diesem Zusammenhang von Kelten, Römern und Alemannen. Übrigens reicht die Besiedlungsgeschichte mehr als 6000 Jahre zurück. Es waren die Alemannen, die bis zur Christianisierung des Bodenseeraums viele kleine Siedlungen gründeten. Wie es dann historisch weiter ging, wird auch erwähnt. Das Pfalbaumuseum in Unteruhldingen kommt zur Sprache. Es handelt sich um eine UNESCO-Welterbestätte. Der älteste Hausgrundriss ist aus dem Jahre 3915 v. Chr. Mittlerweile formen 23 Nachbauten die Welterbestätte Unteruhldingen. Einst sollen bis zu 500 Menschen in den 20 bis 30 Häuser umfassenden Dörfern gelebt haben. 

Unterrichtet wird man über das sensible Ökosystem, das am Bodensee aus ausgedehnten Streuobstwiesen, ursprünglichen Wäldern und Riedzonen besteht und vielen Tier- und Pflanzenarten neuen Raum bietet. Künstler und Dichter schätzten und schätzen  diese inspirierende Landschaft, auch darüber erfährt man Wissenswertes und über Orte und Sehenswürdigkeiten wie das Rathaus von Stein am Rhein. 

Sehr informativ ist der Beitrag über die Sonneninsel Reichennau. Dort befindet sich das südlichste Gemüseanbaugebiet Deutschlands, wo man dreimal im Jahr erntet. Man liest über romanischen Kirchen auf der Insel, auch über das Benediktinerkloster und so vieles andere mehr. Das Vogelparadies Wollmatinger Ried und den Vogelkundler und Naturschützer Harald Jakoby lernt man kennen und wird vortrefflich über die alte Universitätsstadt Konstanz informiert. Die Geschichte der Stadt lässt sich über 2000 Jahre zurückverfolgen und wurde um 200 v. Chr. als keltische Fischersiedlung gegründet. Wie man erfährt, präsentiert sich die Altstadt gemeinsam mit dem Konzilgebäude als ein aufgeschlagenes Geschichtsbuch. Das Konzil von Konstanz  wird in diesem Zusammenhang erwähnt, um anschließend auch die Schönheit der Blumeninsel Mainau kennen zu lernen. 

Gefallen hat mir, dass man Näheres über Salem  lesen kann. Es ist eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Baden-Württembergs, bestehend aus Zisterzienserkloster, Schloss und internationaler Bildungsinstitution. 

Der von mir favorisierte Ort ist am Bodensee Meersburg. Über diese Stadt wird gut und ausführlich berichtet und in diesem Zusammenhang erfährt man auch etwas über die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die hier lebte,  

Ravensburg und Lindau und die Bregenzer Festspiele auf der Seebühne bleiben nicht unerwähnt, sogar kulinarische Spezialitäten kommen zum Schluss  zur Sprache und auch der Wein aus der Region wird kurz  beleuchtet. 

Dieses Buch sollte man vor einer Reise an den Bodensee genau studieren, dann hat man mehr von dem, was man dort vor Ort  besichtigen und genießen kann. Eindeutig.

Empfehlenswert.

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Rezension: Auf den Schienen um die Welt- Die 55 schönsten Reisen mit der Bahn- Klaus Viedebantt-Axel Pinck -Sammy Minkoff -Axel M. Mosler

Die Autoren Klaus Viedebantt und Axel Pinck sowie die Fotografen Sammy Minkoff und Axel M. Mosler haben dieses wunderbare, reich bebilderte Reisebuch auf den Weg gebracht, in welchem die 55 schönsten Reisen mit der Eisenbahn zur Sprache gebracht werden. 

Diese Reisen sind in fünf Kapitel untergliedert: 
Komfortabel durch die Alte Welt Europa 
Auf den Gleisen der Neuen Welt Amerika
Freie Bahn für den Regenbogen-Kontinent Afrika 
Zug um Zug durch den Fernen Osten Asien
Down Under: Reisen auf den Gleisen Ozianien- 

Jede der Reisen wird jeweils kurz skizziert. Man erhält auch stets visuelle Eindrücke. Highlights sind immer aufgelistet und Tipps sowie Infos werden erteilt. Zudem wird stets ein Kartenausschnitt gezeigt, um sich bewusst zu machen, von wo nach wo die Reise uns führt. 

Mit dem Intercity von Mainz zum Kölner Dom bin ich schon häufig gefahren, insofern kann ich den Inhalt des Textes beurteilen. Ihm ist alles Wesentliche zu entnehmen. Die Highlights sind gut gewählt, Tipps und Infos sind brauchbar. 

Sehr verlockend finde ich die Reise mit "dem rasenden Roland". Es handelt sich hierbei um die "Rügensche Bäderbahn", die tagsüber im Stundentakt fährt und an 14 Stationen auf Rügen anhält.

Sehr feudal eingerichtet ist der "Majestic Imperator", der in der k.u. k. Monarchie einst "Kaiserzug" genannt wurde. Hinter seiner schönen Fassade verbirgt sich moderne Technik. Budapest so zu erreichen, stelle ich mir wunderbar vor. 

Dass man mit dem "Venice Simplon- Orient Express" von London nach Venedig reisen kann, ist sicher vielen bekannt. Der Zug wurde einst durch einen der Krimis von Agatha Christa unsterblich. Wunderbar beschrieben, wünscht man sich, eine Reise dieser Art unternehmen zu können, denn nicht nur die Highlights verlocken, sondern auch der Zug selbst.  Die Wagen stammen aus den 1920 und 1930er Jahren und wurden detailgetreu restauriert.

Ein wenig Abenteuer erlebt man, wenn man den "Le Clévenol" durch die Schluchten der letzten Wildnis Westeuropas nimmt. Die Cevennenbahn führt durch 106 Tunnel und überquert zahllose Brücken, darunter auch Viadukte (architektonische Denkmäler), die Menschen mit Höhenangst in Alpträume versetzen. 

Seite für Seite, gibt es viel zu bewundern und zu bestaunen. Hier alle Reisen zu erwähnen und dazu jeweils einige Bemerkungen zu machen, führt zu weit. Die Anden per Bahn zu erreichen und zwar mit dem "Andean Explorer" könnte ein Wunschziel werden. 54 Gipfel in den Anden sind mehr als 6100 Meter hoch. Die alte Inkastadt Cusco liegt 3500 Meter über dem Meeresspiegel. Sie kann man mit dem Zug beispielsweise erreichen. 

Eine Reise mit dem berühmten "Blue Train" wird auch beschrieben. Sie führt von Pretoria nach Kapstadt. Dieser Zug wie auch der  "ROVOS Rai wirken edel. Die Victoria-Fälle auf eine solche Weise zu erreichen, fände ich schon sehr interessant. 

Dann gibt es diesen phantastischen Zug, der in Indien Orte anfährt, die man einfach gesehen haben sollte. "Palace on Wheels" fährt auch Jaipur, den Ort, wo der "Palast der Winde" steht, an und zudem Bharatpur, wo man im dortigen Nationalpark eine artenreiche Vogelwelt bewundern kann. 

In Australien und Neuseeland verlocken wunderbare Zugreisen und es werden ganz zum Schluss noch weitere Züge anskizziert, so auch die "Höllentalbahn" im Schwarzwald, mit der man beginnen könnte, um zu testen wie zugafin man wirklich ist.

Ein tolles Buch . Empfehlenswert

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