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Rezension: Atlas der ungewöhnlichsten Orte- Travis Elborough, Alan Horsfield

Dieser Atlas der ungewöhnlichsten Orte offenbart sich als ein Kompendium der kuriosen, sonderbaren, merkwürdigen Plätze. Die Orte sind sechs Rubriken zugeordnet:

Realisierte Träume
Verlassene Orte
Gebaute Kuriositäten
Inselwelten
Schaurige Orte
Unterirdische Orte

Alle Orte sind bestens beschrieben. Kartenmaterial und Fotos vervollständigen das Bild des Ungewöhnlichen. 

Da gibt es beispielsweise Hashima (Japan), die verlassene Insel der Minenarbeiter. Diese Insel galt als der am dichtesten besiedelte Ort auf der Welt. Als die Mine geschlossen wurde, verschwanden die Menschen in kurzer Zeit von dort. Heute ist der Ort verwildert und geisterhaft. Dennoch zählt Hashima zum Weltkulturerbe seit 2015. 

Spannend auch ist die Geschichte des Ortes San Juan Parangaricutiro in Mexiko, der Opfer eines Vulkanausbruchs wurde. Nur die Kirche blieb wie durch ein Wunder unbeschadet. Wer sie besucht, begreift, was Schicksal ist. 

Auch von einem geschändeten Ort in Frankreich liest man. Dieser Ort heißt Oradour-Sur-Glane. Dort wurden 642 Menschen von den Nazis ermordet. Das Dorf wurde nicht wiederaufgebaut und ist heute ein Denkmal für die Toten und ein Symbol der Erinnerung. 

Es werden Orte im Buch beschrieben, die den Leser staunen machen, so etwa die hängende Bergkirche Santuario Madonna della Corona unweit von Verona oder der Mount Roraima in Venezuela. Sir Walter Raleigh erzählte erstmals von diesem Berg. 

Zu den schaurigen Orten zählt der "Berg der Kreuze" ich Litauen oder auch die Puppeninsel in Mexiko Stadt. Sie ist eine Art Sinnbild für das menschliche Werden und Vergehen. 

Zu guter Letzt lernt man einen unterirdischen Fluss kennen. Dieses 7. Weltwunder befindet sich im Puerto-Princesa-Nationalpark auf den Philippinen. 

Was bleibt,  ist ein Eindruck etwas ganz  Besonderes kennen gelernt zu haben, mystische Orte, wenn man so will. Wer das Geheimnisvolle sucht, findet hier, was ihn gewiss anspricht.

Empfehlenswert 

Helga König

Überall im Fachbuchhandel erhältlich

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Rezension: A Royal Welcome- Anna Reynolds- Gerstenberg

Dieser Bildband trägt den Untertitel "Zu Gast im Buckingham Palast" Über 60 000 Menschen kommen jährlich in den Buckingham Palast, um hier an Staatsbanketten, Gartenpartys oder auch Ordensverleihungen teilzunehmen. Wer hier nicht dabei sein kann, dem bleibt zumindest die Lektüre dieses Buches. Es schenkt den Lesern die Chance, hinter die Palastkulissen zu blicken. 

Man erfährt mehr Wissenswertes über Bälle & Diners dort und kann sich anhand eines Plans des Buckinghams Palast einen Eindruck von den Räumen machen. 

Historische Bilder von Bällen und Beschreibungen hierzu verleihen erste Eindrücke. Es geht weiter mit Ehrenzeremonien & Investituren. Dann wird eine Fülle von Orden gezeigt und man erfährt Näheres über den Verdienstorden, den sehr namhafte Persönlichkeiten erhalten haben, unter ihnen Florence Nightingale. 

Aufgelistet sind eingehende Staatsbesuche seit 1952. Bilder von Besuchern, auch Kutschen, die genutzt werden, wenn hohe Gästekommen, werden gezeigt, zudem Geschenke, die fremde Staatsoberhäupter mitbrachten. Wer die nötige Neugierde besitzt, braucht lange Zeit, bis er alles bestaunt hat. 

Anschließend liest man über die Speisen und die Weine das ein oder andere, auch dass dem Chefkoch 20 Köche unterstehen, die für das leibliche Wohl der königlichen Familie, ihrer Gäste und Bediensteten des königlichen Haushalts sorgen. Im Keller lagern 25 000 Flaschen Wein. In der Regel werden fünf verschiedene Weine pro Menü serviert. 

Über den Tisch, das Porzellan und die Bestecke wird man auch informiert, liest über Kleidung und Schmuck und kann sich diesen auf Bildern betrachten und staunen. Eindrücke von Empfängen & Mittagessen vervollständigen das Bild, dem solche von Privataudienzen folgen, um sich schließlich der Aufnahmen von Gartenpartys zu erfreuen.

Ein schönes Buch, dass eine besondere Reise ermöglicht, nämlich direkt in den Buckingham Palast. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Handel erhältlich
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Rezension: Der literarische Rheingau- Wanderungen durch eine poetische Landschaft- Waldemar Kramer

Die Autoren dieses spannend zu lesenden  Reiseführers sind Prof. Dr. Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz. Die beiden haben gemeinsam das Projekt Literaturland Hessen begründet. Die imposanten Bilder im Buch hat Christian Seeling realisiert. 

Ziel des Autorenteams ist es, die Leser zu motivieren, an die Schauplätze der hier vorgestellten Texte zu reisen, um die Kulturlandschaft des Rheingaus zu genießen und sich der Literatur anzuvertrauen, die dort verankert ist. Ins Auge gefasst wurden u.a.: Clemens Brentano im Ostein`schen Park, Goethe vor dem Brentanohaus in Winkel, Freiligrath in der Assmannshäuser Krone und Thomas Mann. 

Zunächst wird man in das "Paradies Rheingau" gelockt und erfreut sich dort beispielsweise eines Bildes von der "Abtei St. Hildegard im Morgennebel", um sich alsdann mit Goethe im Rheingau zu befassen. Der Dichter reiste zweimal in diese Gegend. Diese Reisen sind in die literarische Erinnerungskultur eingegangen und waren mit Zwecken, Zielen, biographischen und historischen Konstellationen überladen. Natürlich kommt auch die achttätige Gastfreundschaft der Brentanos zur Sprache und man hat Gelegenheit textlich ganz nah bei Goethe zu sein, der über seine Reisen berichtet. Drei Texte hat Goethe im Zusammenhang mit der Rheingaureise geschrieben. Unter diesen der Text  "Im Rheingau Herbsttage". 

Man liest über Rheinromantik und erhält auch hier wieder Einblicke in Texte, die begreifbar machen, wie dieses Bild der Landschaft entstand. Gedichte über den Rhein und immer wieder Informationen über besondere Sehenswürdigkeiten lassen aufhorchen, so z.B. über die Krone in Assmannshausen, wo sich einst viele Schriftsteller, Musiker aber auch Politiker trafen. Auch über den Königin-Victoria-Weinberg in Hochheim bleibt man nicht uninformiert und kann sich mit dem Rheingau in der Literatur des 20. Jahrhunderts ein wenig befassen. 

Das Rheingau Musik Festival und das Rheingau Literatur Festival werden ebenfalls nicht vergessen. 

Für Reisende, die auf literarische Schatzsuche gehen möchten, ist dieser Reiseführer eine wirkliche Bereicherung. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Überall im Buchhandel erhältlich
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Rezension: Gault& Millau Deutschland 2017- Christian-Verlag

Im "Gault& Millau 2017"  werden zur Einstimmung im Rahmen von acht kurzweilig zu lesenden Textbeiträgen zunächst einmal "Genusstrends" erörtert. Dort liest man u.a., dass eine neue Generation von Schaumweinen aus Rheinhessen, Baden und Schwaben unsere Aperitifkultur belebt und sie dazu noch exzellente Essensbegleiter hervorbringt. Neuerdings fänden sich auf Aperitifwagen sogar Obstschaumweine, die beispielsweise aus alten fast schon vergessenen Apfel- und Birnensorten hergestellt werden. Saucen treten offenbar immer mehr in den Hintergrund und Desserts sind überraschend aromatisch, ambitioniert und dabei noch bewundernswert dekorativ wie Beispiele zeigen. Der Trend, dass sich Köche jetzt mit essbaren Wildpflanzen näher befassen, ist sehr begrüßenswert. So feiern Kräuter wie Mädesüß, Giersch, Scharfgarbe und Vogelmiere eine Renaissance in der Spitzengastronomie. Lesenswert auch ist der Beitrag zum Verschwinden der Käsewagen in den Restaurants. Hierfür gibt es Gründe, die im Text zur Sprache kommen. 

Spannend wie immer sind  die Seiten, die den Ausgezeichneten für das Jahr 2017 gewidmet sind. Koch des Jahres ist Andreas Krolik, Lafeur in Frankfurt. Zum Sommelier des Jahres wurde Marco Franzen/ Vendome in Bergisch Gladbach/Bensberg gewählt. 

Natürlich ist es interessant, die Kurzcharakterisierungen aller Ausgezeichneten zu lesen. Hier machen die die jungen Talente 2017 besonders neugierig. Spannend auch sind die Bewertungen der Spitzengastronomie, allen voran die 5 höchstbewerteten Restaurants. 

Die Kriterien für die Benotung der Küche werden näher erläutert und es wird genau erklärt wie man den Reiseführer für Genießer zu lesen hat. Bewertet wurden eine Vielzahl  interessanter Restaurants von Aachen bis Bad Zwischenahn. Bewertungsschluss war der 13. 10.2016.

Man erfährt stets die Bewertung, die Kontaktdaten, den Namen des Gastgebers, des Küchenchefs, die Öffnungszeiten und den höchsten und niedrigsten Preis für ein Menü und für Speisen à la carte. Jedes Restaurant wird bestens beschrieben und man liest auch stets Wissenswertes über die Art wie und was gekocht wird. 

In einem Sonderteil zum Schluss werden sehr gute Hotels und Restaurants in Südtirol vorgestellt. Selbst Hof & Buschenschänken kommen zur Sprache, anschließend ist noch von guten Restaurants in Österreich und der Schweiz  die Rede und schlussendlich werden in einem Begleitheft ausgewählte Hotels, Weingüter und Destillerien in Europa vorgestellt.

Alles in allem ist der Gault& Millau Deutschland 2017 sehr informativ, ein hilfreicher Begleiter auf Reisen und wie immer maximal empfehlenswert. 

Helga König

Das Buch ist überall im Handel erhältlich.

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Rezension: Reiseskizzen- Mit Peter Gaymann unterwegs- Belser

Dieses ungewöhnliche Buch enthält Reiseskizzen des Cartoonisten Peter Gaymann. Der Künstler studierte in Freiburg Sozialwesen und war anfänglich als Sozialpädagoge und Kunsterzieher beschäftigt. Seit 1976 arbeitet Gaymann als freischaffender Cartoonist und Illustrator. 

Im vorliegenden Buch nimmt er die Leser mit auf Reisen nach Italien, Frankreich, Spanien, England, New York, Cuba, Skandinavien, Griechenland und Deutschland. 

Wie  Gaymann schreibt, nutzte er auf diesen Reisen mal große, mal kleine Skizzenbücher. Er zeichnet mit Bleistiften, Kulis, Füllfederhalter, was er gerade zur Hand hat. Dabei koloriert er die Zeichnungen nur selten direkt vor dem Motiv, sondern unternimmt  dies später im Hotelzimmer, wenn seine Lebens- und Reisegefährtin mit anderen Dingen beschäftigt ist, wie er amüsiert anmerkt. 

Die Zeichnungen für dieses Buch sind in den vergangenen 16 Jahren entstanden. Seit dieser Zeit lebt er mit Viktoria zusammen, der er das Buch gewidmet hat. 

Die schönen, mitunter witzigen Skizzen werden zum Teil von Texten begleitet, die den Betrachter anekdotisch wissen lassen, was die Reisenden erlebt haben.

So liest man beispielsweise neben einer hübschen Skizze einer Bar in Verona folgenden Text: "Manchmal lügen Zeichnungen. Diesmal nicht. In dieser Bar in Verona treffen sich gegen Abend zum Aperitif viele junge Leute- wie wir. Ich bestelle mir ein Glas Lugana und meine Frau einen Aperol-Spritz. Erst jetzt fällt mir auf, dass ich wohl der Einzige bin, der keinen Spritz trinkt. Da fühle ich mich plötzlich wie einer, der in einer Kölsch-Kneipe einen Bordeaux bestellt. Da ich jetzt eh schon der Außenseiter bin, kann ich auch noch komplett den Künstler raushängen lassen. Und fange an den ganzen Laden abzuzeichnen. Prost!"

Gaymanns Eindrücke sind keine Postkartenidyllen, sondern wunderbare Impressionen, frei von Klischees, die eine individuelle Sicht auf berühmte Bauwerke oder Orte vermitteln, aber auch auf Hotelzimmer und andere Innenräume, die neugierig machen. 

Reisen kann schön sein, wenn es stressfrei geschieht. Da scheint die Botschaft des Cartoonisten zu sein, der augenzwinkernd Geschichten zeichnet, die das Reiseleben schreibt und die die Fantasie anregen. 

Sehr empfehlenswert

Helga König

Überall im Buchhandel erhältlich
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Rezension: #Amsterdam- Eine Stadt in Geschichten-#dtv

Herausgeber dieses spannend zu lesenden Buches ist Victor Schiferli. Der Schriftsteller und Dichter lebt in einem Dorf in der Nähe von Amsterdam. 

Sein Buch enthält 26 Texte verschiedener niederländischer Schriftsteller, die das Lebensgefühl Amsterdams nachzeichnen. 

Zu den Autoren zählen Cees Nooteboom, Karel van het Reve, Maarten`t Hart, Magriet de Moor und viele andere. 

Neben einem Gedicht gleich zu Beginn warten ein Novellenauszug, diverse Romanauszüge und viele Erzählungen auf die Leser, die sich der Stadt  auf diese Weise mit unterschiedlichem Blickwinkel nähern können. 

Neugierig macht u.a. der Romanauszug   von Arjan Wisser "Der blaue Vogel kehrt zurück". Dieser Roman basiert auf einer Familiengeschichte über einen Mann aus Amsterdam, der nach Brasilien floh und Jahrzehnte in die Stadt zurückkehrt.  Bei Romanbetrachtungen geht um den Kontrast der beiden Metropolen. Margriet de Moor (1941) schreibt eine Geschichte, die sich in einem Amsterdamer Antiquitätengeschäft ereignet, ferner liest man von Maarten´t Hart eine Geschichte aus dem Rotlichtviertel und erfährt von Gerrit Krol, weshalb Amsterdamer anders sind. 

Der Titel von Remco Camperts Erzählung lautet "Ein Sommer in den siebziger Jahren". Natürlich dachte ich sofort an meine Fahrradtour nach Amsterdam im Jahre 1978 noch zu Studienzeiten,  finde, dass im hier vorliegenden Buch viele Facetten der Stadt wiedergegeben werden und es  sich insofern um ein Reisebuch der besonderen Art handelt. Hier kann man  Eindrücke nachschmecken und vertiefen, die über das rein Touristische hinausgehen und erhält Nähe zu dem, was die Stadt tatsächlich ausmacht: Die Weltläufigkeit. 

Empfehlenswert 
Helga König

Überall im Fachhandel erhältlich

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Rezension: #Malta- Bruckmann

Dieser reich bebilderte Reiseführer im Taschenbuchformat ist eine Teamarbeit von Dr. Anita Bestler (Text), Stella Kirchner (Text) und Christoph Mohr (Foto). Reiseziel ist der Archipel Malta.

Anhand einer Ausschnittkarte kann man sich ein Bild davon machen, wie groß  Malta sowie die Nachbarinselchen sind und wo sich dort die Orte befinden, die im Buch näher beschrieben werden. Die 50 erläuterten Highlights sind den Rubriken

Rund um den Großhafen 
Der Osten 
Der Süden 
Der Westen 
Das Landesinnere 
Der Norden Gozo & Comino 
zugeordnet 

Diesen Beschreibungen vorangestellt sind 10 Tipps zu Sehenswürdigkeiten, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte und das Einführungskapitel "Kennen Sie Malta". Hier erfährt man Wissenswertes zu Geschichte des Archipels, das seit etwa 5200 v. Chr. bewohnt ist. Über Klima, Geografie und die beste Reisezeit, auch über die Flora und Fauna wird man unterrichtet und liest mehr zur maltesischen Lebensart. Einem sogenannten Steckbrief zu Malta kann man alle wichtigen Daten entnehmen, bevor die einzelnen Reiseziele in Augenschein genommen werden. 

Hier finden sich dann stets gute Reisezielbeschreibungen und Geheimtipps wie auch Adressen für Hotels, Restaurants und solche zum Shoppen. Dazu gibt es eine Fülle von Mini-Dossiers und Kartenmaterial, so dass man bestens ausgerüstet den Archipel erkunden kann. 

Interessant zu lesen ist der Beitrag vom Aufstieg des Johanniter-Ordens (die Malteser), der neben den Templern und Deutschherren einer der drei großen Ritterorden war, die während der Kreuzzugszeit entstanden sind und auf Malta nachdrücklich wirkten. Der Orden, der sehr reich war, investierte in die Inseln, welche damals zu blühen begannen. Erst im Jahre 1798 verließen die Johanniter die Insel, um sich dann in Rom anzusiedeln. 

Worin das Glück besteht, auf Malta zu leben, berichten Inselbewohner und man wird auch über die traditionellen Speisen dort aufgeklärt. Der Klerus und der Heiligenkult auf Malta sind ein weiteres Thema und zudem die Sprache. Malti zählt zu der semitischen Sprachfamilie und ist eine Untergruppe des im Maghreb- speziell in Tunesien- gesprochenen Arabisch. Noch bis in die 1950er –Jahre sprach man nur Malti, heute allerdings sind die Bewohner der Insel mehrsprachig ausgebildet. 

Die Inseln Gozo und Comino werden ähnlich wie Malta sehr gut beschrieben und hilfreiche Reiseinfos runden das Buch perfekt ab. 

Hier auch findet man einen kleinen Sprachführer für das Wesentliche. 

Empfehlenswert.

Helga König

Überall im Handel erhältlich
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Rezension: #Rheinsberg- #Musenhof in neuem Glanz- Detlef Fuchs-Leo Seidel.

Das Vorwort zu diesem traumhaft schönen Bildband hat Hartmut Dorgerloh, der Generaldirektor der Stiftung "Preußische Schlösser und Gärten aus Berlin-Brandenburg" verfasst. Die Texte im Buch stammen aus der Feder von Detlef Fuchs und die schönen Fotografien hat Leo Seidel realisiert. 

Schloss Rheinsberg war einst der Wohnsitz des preußischen Kronprinzen Friedrich (des späteren Friedrichs II.) und danach seines Bruders Heinrich. Man erfährt u.a. wie die Renaissanceanlage zum kronprinzlichen Schloss wurde und hat Gelegenheit sich anhand zahlreicher Bilder einen Überblick über die Schönheit der Anlage zu verschaffen, die am Grienericksee im Kreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg gelegen ist. 

Gezeigt werden Raumkunstwerke im Friderizianischen Rokoko. Dabei war es einst die unverstellte Sicht aus dem Spiegelsaal über die Kolonade, die das neue Lebensgefühl des Kronprinzen verkörperte. Rheinberg zeigte sich als Gegenentwurf zum verhassten väterlichen Schloss. 

Es werden Einzelheiten präsentiert, wie etwa ein Glasarmkronleuchter für den Spiegelsaal, den Friedrich in der nahegelegenen Zechliner Glashütte herstellen ließ. Auch erhält man einen Eindruck vom gesamten Spiegelsaal und vom Turmkabinett, welches die Urzelle für Sanssouci bildete, weil sich Friedrich seine Bibliothek von Knobbelsdorf  auf dem Weinbergschloss in Sanssouci "come á Rheinsberg" wünschte. 

Vorgestellt wird der Lust- und Nutzgarten von Rheinsberg und gezeigt werden traumhafte Impressionen, so dass man eine gute Vorstellung von dem erhält, was sich dort einst abspielte. Auch über die Zeit von Prinz Heinrich in Rheinsberg wird man aufgeklärt und kann sich mit der Raumausstattung vertraut machen, z. B. mit der textilen Ausstattung der Paradeschlafkammer. Die Stoffe kamen übrigens aus Lyon. 

Es muss wundervoll sein,  in Rheinsberg im Ehrenhof ein Konzert zu erleben und dabei vom Hof aus einen Blick auf den See zu genießen, bei den Spaziergängen im Garten die Skulpturen zu bewundern und ein Gefühl dafür zu entwickeln, weshalb dieser Ort auch die Dichter faszinierte, sei es Fontane, Menzel oder den jungen Tucholsky, die durch ihre Texte den Mythos Rheinsberg unsterblich machten. 

Ein sehr schönes und dabei informatives Buch, das ich sehr gerne weiterempfehle. 

Helga König 

Das Buch ist überall im Fachhandel erhältlich.

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Rezension: Seychellen- Zeit für das Beste- Highlights –Geheimtipps-Wohlfühladressen- Erwin Brunner, Udo Bernhart- Bruckmann

Der Autor Erwin Brunner und der Fotograf Udo Bernhart nehmen den Leser mit  auf die Seychellen, um dort 50 Highlights vorzustellen. Anhand von Übersichtskarten und Detailplänen ist eine rasche Orientierung möglich.

Zunächst lernt man die TOP TEN der Inseln kennen und kann sich anschließend anhand eines "Steckbriefes" einen Überblick über die Lage, die Fläche, die Geografie, die Währung und anderes mehr verschaffen und sich im Rahmen einer allgemeinen Beschreibung zunächst eine Vorstellung von den 115 weit verstreuten Inseln und Inselchen des Seychellen-Archipels machen, die auf der Höhe von Kenia und Tansania durchschnittlich 1600 Kilometer vor der afrikanischen Küste im Indischen Ozean beheimatet sind.

Gemeinsam sind dieser Inselwelt traumhafte Strände und Buchten und eine vielfältige Landschaft mit Granitbergen, üppiger, tropischer Vegetation und einer einmaligen Flora und Fauna. Bis vor 250 Jahren waren diese Inseln unbewohnt. Dies trug dazu bei, dass viele Arten überlebt haben.

Naturschutz gilt als Staatsziel auf den Inseln, deren kreolisches Erbe in der Kolonialarchitektur erhalten geblieben ist, aber auch in den Gaumengenüssen.

Auf zwei Seiten erhält man einen guten historischen Überblick und kann sich im Rahmen von nachstehenden Kapiteln zu allen 50 Highlights informieren:
Victoria
Mahé –Der Norden
Mahé-Der Süden
Ste. Anne Marine
National Park Praslin und nahe Inseln
La Digue, Félicité und Co
Ferne innere Seychellen
Silhouette und North Island
Die äußeren Seychellen.

Neben zahlreichen Bildern wird ausführlich über alle 50 Reiseziele berichtet und mit unzähligen Autorentipps aufgewartet, Infos und Adressen zu Sehenswürdigkeiten und zur Gastronomie, auch zu Einkaufsmöglichkeiten u.s.w runden die Informationsfülle ab, die mit allgemeinen Reiseinfos ihren Abschluss finden.

Wer ausspannen möchte, findet auf diesen Inseln alles, was er braucht. Die Seychellen scheinen das Paradies auf Erden zu sein. Um sich in diesem Garten Eden zurecht zu  finden, ist vorliegendes Taschenreisebuch ideal.

Empfehlenswert.

Helga König

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Rezension: Sehnsucht Island Sagenhaftes Land der Elfen- Helmut Hinrichsen, Max Schmid- Bruckmann

Dieser grandiose Bildband über Island wurde von dem Autor Helmut Hinrichsen und dem Fotografen Max Schmid auf den Weg gebracht. Hinrichsen studierte Isländisch an der Universität von Reykjavik und unterrichtete  dort an einer Sprachenschule Deutsch. Seit 1978 ist der Deutsche als Gymnasiallehrer und Schulleiter an einer Gesamtschule in Reykjavik tätig. Der Fotograf Max Schmid hat bislang 40 Bildbände veröffentlicht. Er arbeitete über zwei Jahrzehnte als Reiseleiter auf der Insel und liebt Island wegen seiner Andersartigkeit.

Zu Beginn dieses Buches hat man Gelegenheit sich auf einer doppelseitigen Karte einen Eindruck von dieser Insel  zu verschaffen. Dann wird man zunächst mit traumhaften Impressionen konfrontiert, die neugierig machen auf den einleitenden Text. Hier auch ist ein Zitat aus der Lieder-Edda eingebunden, das ich hier gerne wiedergeben möchte: "Der allein, der viel gereist und durch die Welt gewandert ist und versteht, seinen Verstand zu gebrauchen, kennt Art und Gemüt der Menschen.“ 

Hinrichsen und Schmid sind viel gereist und zeigen, dass sie ihren Verstand benutzen,  sowohl im Text als auch bei der Motivwahl. Sieben Kapitel warten auf den Leser, mit denen er sich immer wieder befassen kann, weil das zu Entdeckende vielschichtig ist und nicht langweilig wird.

Im ersten Kapitel wird Südwestisland thematisiert und hier zunächst die nördlichste Hauptstadt Europas: Reykjavik. Dieser Ort erhielt 1786 die Stadtrechte und hatte damals 167 Einwohner. Heute kann man im Großraum Reykjaviks 16 Thermalbäder besuchen. Was es in der Stadt an Sehenswertem gibt, wird ausgiebig erläutert und teilweise auf Bildern auch gezeigt. 

Sein heißes Wasser bezieht diese Stadt übrigens aus Bohrlöchern und aus Thermalgebieten in der Umgebung. Mit dem Wasser wird die Fernheizung gespeist.  Beleuchtet werden architektonische Besonderheiten der Stadt und hier auch der Bogenanbau des Nationalmuseums, an dem zahlreiche Künstler mitgewirkt haben. 

Eine Reise ins Innere der Erde kann nachvollzogen werden. Hier geht es um den Krater Príhnjúkagígur. Man lernt u.a. die Halbinsel Reykjanes kennen, die an der Südwestspitze Islands gelegen ist und kann sich stets aufs Neue imposanter Landschaftsbilder erfreuen, die exakt zu beschreiben, vermutlich die isländische Sprache voraussetzt, weil das, was die Natur hier anzubieten hat, einmalig ist. Gletscher, Wasserfälle imposante Gesteinsformationen, Vulkane und Geysire erwarten den Besucher von Island und lassen ihn in eine geradezu magische Welt eintauchen. Sagen und Geschichten spielen hier eine Rolle und das Glück kann beispielsweise in einer Schluchtenwanderung bestehen. 

Unmöglich all die Orte hier zu benennen, die sehr anschaulich beschrieben worden sind oder die vielen schönen Bilder und die Illustrationen durch Zitate zu benennen, die dazu verhelfen, sich in die Stimmung hineinzubegeben, die diese Insel zu einem geheimnisumwitterten Traumort macht. 

Nordisland sollte man besuchen, weil dieser Inselteil an den Polarkreis grenzt. Eisbären, Seehunde und Akureyri, die Hauptstadt des Nordens lernt man dort kennen. Dann gibt es die tiefen Fjorde und hohen Wasserfälle im Osten zu bewundern und genau da  begegnet uns der  den Satz“ Es gibt den Ort im Himmel, der Elfenwelt genannt wird. Dort wohnen die Lichtelben, aber die Schwarzelben leben unten in der Erde. Die Lichtelben sind schöner als die Sonne, aber die Schwarzelben sind schwärzer als Pech.“ (Snorra-Edda, Gylfagynning). 

Alles ist mythisch an diesen Orten. Das verdeutlichen die Bilder, an denen man sich nicht satt sehen kann. Unbeschreiblich imposant sind die Sand- und Lavawüsten sowie die Geysire im Thermalgebiet. Island ist eindeutig eine andere Welt, die zu erkunden,  sicher sehr spannend ist. 

Reiseempfehlungen zum Schluss runden den gelungenen Bildband perfekt ab. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

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Rezension: #Alain_Ducasse- I love Paris- Gerstenberg

Wer gerne nach Paris reist und auf diesen Reisen wirklich gut speisen möchte, der sollte diesen kulinarischen Reiseführer in die Tasche stecken. Es ist ein Werk des französischen Dreisterne-Kochs Alain Ducasse. Er stellt in acht, nach touristischen Zonen definierten Kapiteln 100 Pariser Gourmetadressen vor. Dabei spiegeln alle ein spezifisches Ambiente der Stadt wider, wodurch eine interessante Reise-Route entsteht. 

Zu Beginn eines Kapitels kann man auch einer Karte sehen, wo genau die einzelnen Lokalitäten zu finden sind. Ein Piktogramm neben jeder Adresse verrät, um welche Art von Lokalität es sich handelt und anhand der Preiskategorie weiß man wie hoch etwa die Ausgaben ausfallen werden. 

Untergliedert ist das Buch in die Kapitel: 
Quartier Latin- Hôtel de ville
Opéra- Louvre 
Champs Élysées- Étoile 
Champs de Mars- Invalides 
Montparnasse- Luxembourg 
Bastille- Belleville 
République- Buttes Chaumonts 
Rochechourt- Sacré Coeur 

Gezeigt werden Fotos von den stets informativ beschriebenen Orten, zu denen es auch immer Kontaktdaten gibt. Neben Restaurants lernt man Bistros, einen Tee-Salon, einen Laden für Bonbonièren aber auch die berühmte Brasserie Lipp kennen, deren Mahagoni-Fassade unter Denkmalschutz steht. 

Das "Café de Flore" bleibt nicht unerwähnt und es wird eines der ältesten Pariser Cafés- das Les Deux Magots vorgestellt, das seit 1933 einen eigenen Literaturpreis verleiht. Märkte kommen zu Sprache und natürlich auch die Luxus-Restaurants von Alain Ducasse und hier nicht zuletzt jenes im Plaza Athéné. 

Einige Fromagerien, Pâtisserien und Boulangerien lernt man kennen und staunt ob der Vielfalt. Zum Schluss präsentiert der Meisterkoch 10 typisch französische Rezepte. Unter diesen findet man ein Rezept aus Burgund "Pochierte Eier in Rotweinsauce", auch  "Jakobsmuscheln auf Lyoner Art", zudem ein Rezept aus der Normandie "Seezunge mit gebratenen Kartoffeln" und ein köstliches Dessert aus Paris "Birne Hélène mit Karamellmandeln". 

Ein schöner, ungewöhnlicher und dabei handlicher Reiseführer für kulinarisch Interessierte 

Empfehlenswert 

Helga König

Rezension- #Jerusalem- Menschen und Geschichten einer wundersamen Stadt-#Iris_Berben #Corso

Autorin dieses wunderbaren Bildbandes mit Schwarzweiß-Impressionen von #Jerusalem ist Iris Berben. Sie hat den einfühlsamen Text verfasst, der dem Leser ihren persönlichen Eindruck von dieser Stadt wiedergibt. 

Die mehrfach ausgezeichnete, namhafte Schauspielerin ist seit 2010 die Präsidentin der #Deutschen_Filmakademie. Sie gilt als eine der engagiertesten Stimmen für #Toleranz und Mitmenschlichkeit und nimmt sich in ihren Lesungen immer wieder dem Leid der jüdischen Opfer der Nationalsozialisten an. 

Die beeindruckenden Fotos im Buch stammen von #Tom_Krausz, der seit 1979 fast jedes Jahr nach Jerusalem reist und für Magazine sowie für Bücher als Fotograf tätig ist, aber sich auch bei Filmdokumentationen für #arte, den #WDR und Servus TV einen Namen gemacht hat.

#Iris_Berben reist seit 1968 nach Israel und geht in ihrem Text zunächst zurück in jene ersten Jahre. Damals verließ sie das Internat, um drei Monate hindurch in Israel zu verbringen und erlebte daraufhin eine der intensivsten Phasen ihres bisherigen Seins. Sie lässt nicht unerwähnt, dass damals erst 23 Jahre seit Kriegsende vergangen waren und die große Mehrheit der Wiederaufbau-Deutschen die Bilder aus den Konzentrations- und Vernichtungslagern verdrängt oder vergessen hatten. 

Die Israel-Kennerin schreibt von ihrem ersten langen Gespräch mit einer gebrandmarkten Jüdin und von ihrer Scham in der Folge, die dazu führte, Verantwortung zu übernehmen und nicht wegzuschauen, wenn Antisemitismus und Intoleranz ihr Unwesen treiben. Berben erzählt  auch von ihren Erfahrungen im Kibbuz, ihren Eindrücken in der Altstadt Jerusalems und von allem, was damals ihrem Leben eine neue Richtung gab. 

Zwischen den einzelnen Abschnitten ihres Textes, hat man stets die Chance, sich in Schwarzweiß-Bilder zu vertiefen, die merkwürdig zurückgenommen erscheinen und die lebensfrohe, orange Textfarbe auf subtile Weise hervorheben. Das ist eine gelungene Maßnahme, um ganz klar zu vermitteln, dass der Text bei diesem Bildband nicht zweitrangig ist. 

Als ich gestern das Buch las, twitterte ich spontan: "Schwarzweiß-Fotos sind Brücken, die oft zu ernsten Gedankenwelten führen, in denen Farbe nur bedingt vorkommt." 

Der Text von Iris Berben ist voller Poesie, dabei aber sehr nachdenklich. Die Ernsthaftigkeit ihrer Gedankenwelt macht mir diese Frau noch sympathischer als sie es ohnehin aufgrund ihrer schauspielerischen Fähigkeiten schon ist. 

Sie streift die Geschichte Israels, die sich in den Bildern widerspiegelt und erwähnt, dass in Jerusalem etwa 670 000 Juden 320.000 Moslems und 14.000 Christen leben und es 1204 Synagogen, 158 Kirchen sowie 73 Moscheen, daneben noch unzählige Toraschulen sowie jüdische Hochschulen gibt. Heilig sei diese Stadt den Gläubigen aller drei Glaubensrichtungen. Das wird auch in den Bildern deutlich. 

Neben den geradezu poetisch erzählten Geschichten über die Stadt und den imposanten Fotos wird das Buch von zwei Gedichten getragen, die von Annemarie Königsberger und von Rose Ausländer stammen. Beide Lyrikerinnen haben den Holocaust überlebt. 

Das Gedicht von Rose Ausländer mit dem Titel "Jerusalem" endet mit den Zeilen: 
"Altersgenossen 
Wir haben ein Spiel
In der Luft." 

Damit erinnert  Rose Ausländer  offenbar an die "Todesfuge" von  Paul Celan und  dort besonders an die Zeilen:

"ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete 
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft 
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus Deutschland" 

Wie ich schon erwähnte:

"Schwarzweiß-Fotos sind Brücken, die oft zu ernsten Gedankenwelten führen, in denen Farbe nur bedingt vorkommt." 

Sehr empfehlenswert.

Helga König

Überall im Fachbuchhandel erhältlich
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Rezension: #Bodensee- Zeit für das Beste- #Rolf_Goetz, #Mirko_Milanovic-#Bruckmann

Der Autor Rolf Goetz hat gemeinsam mit dem Fotografen Mirko Milanovic dieses Reisetaschenbuch auf den Weg gebracht, in dem #Highlights, #Geheimtipps und #Wohlfühladressen am #Bodensee genannt werden.

Im vorderen inneren Buchdeckel ist eine #Landkarte abgedruckt, auf der alle 50 im Buch näher beschriebenen Highlights eingezeichnet sind. Anschließend lernt man die Top Ten der #Sehenswürdigkeiten am Bodensee zunächst kennen. Dazu gehören nicht nur die Inseln #Mainau und #Reichenau und namhafte Städte wie #Konstanz, #Lindau und #Meersburg, sondern auch das in der Schweiz gelegene St. Gallen. 

Die Beschreibung und die Fotos der 50 Highlights sind in nachstehende Kapitel untergliedert: Konstanz und Insel Mainau 
Untersee mit Hegau 
Überlinger See 
Meersburg und Lindau 
Österreich und Liechtenstein 
Schweizer Seeseite 

Davor erhält man im Rahmen der Einleitung einen ersten Eindruck vom Bodenseegebiet und steckbriefartig wichtige Daten, so etwa über die Lage, die Ausdehnung, die Seefläche, die Uferlänge, die Anzahl der Inseln u.a.m. 

Das Klima ist ein Thema, auch das Radeln, Wandern, Skaten und die Esskultur am See.  Hier auch liest man Wissenswertes über Schweizer sowie österreichische Spezialitäten am Bodensee und auch mehr über die rund 45 #Fischarten. 

Ein historischer Überblick wird auch gegeben. Bereits 4000 v. Chr. errichteten Fischer die ersten Pfahlbausiedlungen. Es ist natürlich unmöglich, an dieser Stelle über alle 50 Highlights etwa zu schreiben. Übersichtskarten und Detailpläne sowie Autorentipps findet man, bei allen Präsentationen und man findet auch stets eine Fülle von Informationen und Adressen. 

Konstanz ist sehr gut skizziert, auch die #Therme dort, die zu einem  Thermen-Trio gehört, über das man umfangreich informiert wird. Man liest über die Insel Mainau und deren Geschichte und von dem dortigen Park, der jedes Jahr mehr als eine Millionen Besucher zählt. In der kalten Jahreszeit sollen die Schmetterlinge der Hauptanziehungspunkt sein. Das UNESCO-Weltkulturerbe "Insel Reichenau"  und das Kloster dort machen neugierig, doch auch die neun erloschenen Vulkankegel  in der Region lohnt es zu besichtigen, das jedenfalls suggeriert die Lektüre. 

Überlingen  und auch die Barockkirche in Birnau sollte man sich nicht entgehen lassen und sich über Schloss Salem informieren, das aus einem Zisterzienserkloster hervorgegangen ist. Dann ist da auch Meersburg, eine traumhafte Stadt mit alten Tortürmen und steilen Gassen sowie einer Burg, die Musensitz von Annette von Droste-Hülshoff war. 

Über das Staatsweingut Meersburg liest man Wissenswertes und auch über den Winzerort Hagnau. Neben vielen schönen Städten, die gut beschrieben werden, erfährt man auch mehr zu der größten Barockbasilika Deutschlands, zudem über Bregenz am österreichischen Seeufer und den dortigen Festspielen, zu Rorschach in der Schweiz und auch zu St. Gallen, einer Stadt, die eine der schönsten Bibliotheken weltweit aufweist. 

Die Reiseinfos zum Schluss runden das gelungene Reisetaschenbuch ab, das ich sehr gerne weiterempfehle. 

Helga König 

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu Bruckmann und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei  Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.bruckmann.de/titel-5888-bodensee_undndash_zeit_fuer_das_beste_0.html

Rezension Sehnsucht #Südengland- Von den White Cliffs bis Land`s End. Franz Marc Frei, Jörg Berghoff- Bruckmann

Autor dieses schönen Bildbandes ist der Journalist Jörg Berghoff. Gemeinsam mit dem Fotografen Franz Marc Frei nimmt er die Leser mit auf eine Reise nach Südengland. Nach ersten Impressionen und einer in das Buch einstimmenden Einleitung kann man sich in der Folge in fünf Kapitel vertiefen.

Der erste Reiseabschnitt umfasst die Strecke von Windsor bis London. Eine Vielzahl eindrucksvoller Bilder und ein guter, die Region und ihre Sehenswürdigkeiten  beschreibender Text machen neugierig, zunächst auf #Windsor_Castle, das größte und älteste bewohnte Schloss auf der Welt, 35 Kilometer westlich von London gelegen. 

Man erhält Gelegenheit, London zu bestaunen und mehr über Greenwich zu erfahren, das dem #UNESCO_Weltkulturerbe angehört. Den Museums- und Parkkomplex sollte man sich dort nicht entgehen lassen, bevor man sich auf Bristol einlässt, dessen maritimes Erbe bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. 

Die Landschaft der Cotswolds wird vorgestellt und auch die Stadt Bath, die ebenfalls zum Weltkulturerbe zählt. Im Zentrum dieser Stadt befinden sich römische Bäder, die es lohnt zu besuchen. 

Kent, Sussex und Surrey haben viel zu bieten. Da ist zunächst# Canterbury, das bedeutendste Zentrum der Grafschaft Kent mit seiner Kathedrale und seinen Pilgerstätten. Der Ort gilt noch immer als europäischer Mittelpunkt der Spiritualität und wird bestens beschrieben. Brighton bleibt nicht ausgespart, dieser zauberhafte Ort am Meer, der Boheme-Flair und moderne Kunst vereint und ein großes Angebot an kulturellen Veranstaltungen und Events, Museen, Galerien, Theatern und attraktiven Einkaufsstraßen bereithält. 

Es folgen tolle Bilder und aufschlussreiche Berichte zu Hampshire, Berkshire, Wiltshire und die Isle of Wight. Stonehenge ist ein weiteres Thema, auch ein Weltkulturerbe, das durch ein großes #Renaturierungsprogramm des English Heritage seine Würde zurückerhalten hat. 

Dann sind da auch noch die beeindruckenden Bilder der Überreste von #Glastonbury_Abbey und der Bericht über den #Exmoor_Nationalpark, den man voller Neugierde liest. 

Ganz zum Schluss dann werden #Devon, #Cornwall und die Isles of Scilly vorgestellt. 

Informativ und beeindruckend ist alles, was es zu lesen und zu sehen gibt

Lobenswert sind auch die Infos zu Übernachtungsmöglichkeiten #Essen und #Trinken und zu Veranstaltungen zum Schluss. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König.

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zum Bruckmann-Verlag und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt beim Verlag ordern.http://www.verlagshaus.de/titel-8744-sehnsucht_suedengland_0.html

Rezension: #Masuren im Land der tausend Seen #Dirk_Bleyer, #Mia_Raben- #National_Geographic

Die traumhaften Fotos für diesen Bildband hat Dirk Bleyer realisiert. Er präsentiert seit mehr als 15 Jahren als #Fotojournalist und #Reiseerzähler seine preisgekrönten #Travelogues (Dia-Multivisionsshows). Dabei sollte man wissen, dass seine #Reiseabenteuer mit einer zweieinhalbjährigen Afrikadurchquerung ihren Anfang nahmen und mit Reisen nach #Südostasien sowie langen Aufenthalten in #Neuseeland, #Island und #Masuren fortgesetzt wurden. Der begnadete #Fotograf unterstützt in mehreren Ländern Hilfsprojekte. 

Die Texte im Buch hat Mia Raben verfasst. Sie absolvierte ihr Studium in Politik und Europarecht in Amsterdam, besuchte anschließend die Journalistenschule, ging danach nach Warschau, wo sie als freie Korrespondentin für #Spiegel_Online, die #taz und die #Berliner_Zeitung gearbeitet hat. Heute lebt Mia Raben in Hamburg als freie Journalistin und übersetzt aus dem Niederländischen und Polnischen. 

Wo liegt #Masuren und wo das #Ermland? Menschen, deren Vorfahren aus Ostpreußen stammen, wissen das natürlich schon im Kindergartenalter genau, andere haben vielleicht im Geografieunterricht davon erstmals gehört und später Landschaftsbilder in den Medien bewundert. 

Um sich einen ersten geografischen Eindruck  zu verschaffen, hat man Gelegenheit sich zunächst anhand eines Landkartenausschnittes kundig zu machen und beim Lesen und Betrachten unbekannter Orte immer wieder darauf zurückzukommen. 

Es folgen erste Impressionen zur Einstimmung, so etwa vom herbstlichen Morgennebel über dem #Jezioro_Babka, einer Traumlandschaft, die Melancholie aufkommen lässt.

#Veruschka_Gräfin_von_Lehndorff hat das Vorwort verfasst. Ihre Familie war jahrhundertelang in Masuren ansässig. Sie selbst verließ im Alter von fünf Jahren 1944 ihre Heimat und besuchte diese 2007 erstmals wieder. 

Anschließend in der Einleitung schreibt Mia Raben, dass nur wenige Landschaften mit so viel Liebe bedacht worden sind wie Masuren, doch auch nur wenigen Regionen so viel Grausamkeit widerfahren sei wie diesem südlichen Teil des ehemaligen Ostpreußens. Die Autorin nennt die namhaftesten Schriftsteller, die ihre Zuneigung und Verzweiflung in Büchern zum Ausdruck brachten. Man liest die Namen #Marion_Gräfin_Dönhoff, #Ernst_Wiechert, #Siegfried_Lenz und #Arno_Surminski und erinnert sich vielleicht  an deren Bücher, die man mit Wehmut gelesen hat. 

Erwähnt wird der Autor #Andreas_Kossert, der sich  stets sehr ausgewogen zur Geschichte jener Region äußert, in der #Masuren, #Schweden, #Franzosen, #Polen, #Deutsche und #Russen sich immer wieder kriegerisch auseinander setzten. 

Die wirtschaftliche Lage der Menschen heute dort sei schwierig, trotz des Tourismus in den Monaten Juli und August. Das #Kontinentalklima in jener Gegend mit seinen langen, kalten Wintermonaten und den kurzen, heißen Sommern habe dazu geführt, dass man Gebäude aus Holz und Lehm errichtet hat, weil diese sehr gut isolieren. #Kachelöfen sorgen dafür, dass das ganze Haus geheizt werden kann. Wie ein solches Haus von innen ausschaut, erfährt man später im Bericht "Masurens Oase des guten Geschmacks".

Das Buch ist untergliedert in vier große Abschnitte: 

Auf dem Weg nach Masuren 
Masuren Westen 
Im Herzen Masurens 
Masuren Norden und Osten 

Das Wechselspiel von Bildern und Texten ist ein Hochgenuss. Dabei schafft es Dirk Bleyer  durch seine Impressionen,  das Geheimnis der Region zu lüften, das zwischen Natur, Glauben und Melancholie angesiedelt ist. 

Man erfährt u.a. Wissenswertes von der Geschichte des Wirtshauses #Oberza_po_Psem, das vom #Gault_Millau zwischenzeitlich ausgezeichnet wurde und erhält visuelle Eindrücke von dem Wirtshaus, das als Gesamtkunstwerk gedacht ist, das dem Erhalt der masurischen Kulturlandschaft dienen soll. Ein Rezept für "#Piroggen mit Hechtfüllung" lässt erahnen wie gut man dort speisen kann. 

Es folgen erneut wundervolle Aufnahmen, so etwa vom Frauenburger Dom am #Frischen_Haff.  Hier hat einst der Domherr und Astronom #Nikolas_Koperinkus mit seiner These, die Erde stehe nicht im Zentrum des Universums  die Welt aus den Angeln gehoben. Bezaubernd auch ist der Blick aus dem Turm der ehemaligen Bischofsburg in der Altstadt von #Reszel. Dort gingen Vorfahren von mir zur Schule. 

Besonders gefällt mir ein Landschaftsbild, das zwei Birken nach einem Gewitter zeigt. Es erzählt auf subtile Art die Geschichte des Ermlands, aber auch Masurens. 

Danzig wird in diesem Buch nicht ausgespart, obschon es weder zum Ermland noch zu Masuren zählt. Diese alte #Hansestadt ist umgeben von der kaschubischen Schweiz, die für ihre Seen, Hügel und Wälde bekannt ist. Man erfährt ein wenig über die wechselvolle Geschichte dieser Stadt, in der nach dem 2. Weltkrieg polnische Vertriebene aus Weißrussland und der Ukraine angesiedelt wurden. Der Aufbau des völlig zerbombten Kerns begann schon 1948. Die Renaissance-Fassaden von Bürgerhäusern sind heute die Symbole des alten Status in neuer Pracht. Tolle Fotos von der astronomischen Uhr in der dortigen Marienkirche und vor allem von den alten Patrizierhäusern begeistern ebenso wie die dann anschließenden Fotos von Westmasuren.

Man liest von dem masurischen Fluss #Krutynia, der eine der schönsten Wasserrouten im Herzen Masurens ist und erfährt mehr über das Paddeln dort. Auch die #Marienburg am Ufer der #Nogat wird vorgestellt. Errichtet wurde sie durch den #Deutschen_Orden im Mittelalter. Für den Bau dieser Festung wurden fünf Millionen Ziegel gebrannt. Die Burg, die sich in der Nogat spiegelt, fasziniert auf dem Foto auf vielfältige Weise, besonders weil das alte Gemäuer zu neuem Leben erwacht zu sein scheint.  Sehr eindrucksvoll ist ein doppelseitiges Foto, dass die angestrahlte Burg in der Nacht bei Gewitter zeigt. 

Es folgen Landschaftsbilder von einer solchen Schönheit, die sich kaum beschreiben lässt und Textauszüge von Schriftstellern aus Masuren. Eines meiner Lieblingsbilder bringt dem Betrachter den Vollmond über dem Jezioro Jagodne nahe. 

#Schloss_Steinort, der Familienbesitz von des Grafengeschlechts Lehndorff lernt man auch kennen. Die Grafen lebten dort 545 Jahre. Über die Geschichte des Schlosses wird man unterrichtet und erfährt, dass seit 2009 sich die Deutsch-Polnische Stiftung Kulturpflege und Denkmalschutz sich des Gebäudes angenommen hat. Bilder, die den morbiden Innenteil zeigen, schmerzen sehr. Bleibt zu hoffen, dass irgendwann das Gebäude in altem Glanz widerhergestellt wird. 

Schön, dass man Marion Gräfin Dönhoffs Ritt durch Masuren, den sie für ihren Bruder 1941 aufschrieb, abgedruckt hat und traumhaft all die Impressionen, auch von der Ordenshausmühle von Ryn  wie auch von den  masurischen Seen. 

Königsberg, die Hauptstadt Ostpreußens, die im 2. Weltkrieg zerstört worden ist, liegt übrigens an der Pregel und galt über Jahrhunderte hinweg als besonders liberale Stadt, in der die unterschiedlichsten Völker Zuflucht fanden. Erbaut wurde sie im Jahre 1254. Der Philosoph Immanuel Kant lehrte dort an der Albertus-Universität, die 1544 gegründet worden ist.

Ein Foto von der #Kurischen_Nehrung, der größten #Wanderdüne Europas erzeugt Sehnsucht nach dem Gestern der Vorfahren, das durch einen Textauszug aus "So zärtlich war Suleyken" von Siegfried Lenz noch verstärkt wird. 

Zum Schluss lernt man die Wildpferde im Südosten Masurens kennen und erfährt textlich mehr über sie. 

Poesie liegt in allen Bildern, die von einer Landschaft erzählen, die Melancholie in sich trägt aber auch eine Weite, deren Anblick zur Toleranz und Völkerverständigung auffordert. 

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie  zu #National_Geographic und können das Buch dort bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern. http://www.piper.de/buecher/masuren-isbn-978-3-86690-448-4
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Rezension Peter J. König:#Eden- Die Fotografie von #Art_ Wolfe- #National_Geographic

Der Titel "Eden" dieses fantastischen Bildbandes von Art Wolfe aus dem Verlag National Geographic sagt schon nahezu alles aus, worum es hier geht. Es werden einmalig beeindruckende Aufnahmen aus dem "Garten Eden" gezeigt, was so viel heißt wie: Schaut doch alle genau her und seit Euch bewusst, wie schön und ausdrucksstark und ästhetisch diese Welt ist. 

Ein Kaleidoskop bunter Vielfalt ist dem Ausnahme-Fotograf Art Wolfe gelungen, wenn hier die besten Aufnahmen, des 1951 in Seattle geborenen Foto-Künstlers zu einem prächtigen Bildband zusammengestellt worden sind. Kaum ein anderer Fotograf gelingt es Farbe und Perspektive mit einer solchen Fertigkeit bildlich einzufangen. Deshalb ist es allzu verständlich, dass Art Wolfes Arbeiten vielfach preisgekrönt sind. Aber Wolfe hat noch ein weiteres Anliegen, das er dem Betrachter vermitteln will. 

Er möchte bei aller Großartigkeit, die diese Bilder ausdrücken auch bewusst machen, wie fragil dieses Gebilde Eden, wie vom Aussterben bedroht die Arten-Vielfalt von Mensch und Natur ist, wenn man sich die indigenen Kulturen und Natur-Schönheiten in der heutigen Welt betrachtet. In seiner langen Schaffenskraft als Fotograf hat Art Wolfe alle Kontinente bereist, immer auf der Suche nach dem außergewöhnlichen Motiv. So ist eine unendliche Vielzahl von Fotografien entstanden, von denen die besten 450 Aufnahmen den Weg in diesen Bildband gefunden haben. 

Es sind aber nicht nur Natur-Aufnahmen, die den Betrachter begeistern. Mit großer Leidenschaft hat Art Wolfe auch immer wieder mit seinen Fotografien dokumentiert, welche indigene Vielfalt an menschlichen Kulturen auf dieser Welt noch zu finden ist, und welcher Reichtum an individueller kultureller Ausdruckskraft diese Völker besitzen. Wie lange dies noch so sein wird, ist eine Frage die Art Wolfe zutiefst umtreibt, deshalb ist es ihm so wichtig dies in aller Pracht und Schönheit hier zu dokumentieren. 

Bevor die einzelnen Kapitel näher erläutert werden, muss unbedingt auf die neue Drucktechnik hingewiesen werden, die den eh schon mitreißenden Aufnahmen eine bisher nie gekannte Ausdruckskraft verleihen. Die Tiefenschärfe suggeriert ein nahezu drei-dimensionales Bild, die bildlichen Motive scheinen in der Realität zu verschwimmen. Alles scheint greifbar nahe, zudem wähnt sich der Betrachter als Teil der Szenerie. Bei den Landschafts-Bildern kommen Zweifel auf, bin ich noch jemand der in einen Bildband schaut, oder ist dies schon inmitten einer realen Betrachtung. Unglaublich….. 

Untergliedert ist der Bildband von Art Wolfe in folgende Inhalte:

Einleitung von Wade Davis
Berge
Polar – Subpolar
Wüsten – Savannen
Meere – Inseln
Tropen – Subtropen
Nachwort
Anmerkungen zu den Fotografien
Dank 

Jedes einzelne Kapitel stellt einen eigenen Kosmos da. Die Fotografien bilden letztendlich ein Gesamtes ab, das sich sowohl auf die Landschaften, die Tierwelt und die jeweiligen Vegetationen bezieht, karg in den Wüsten und überaus üppig in tropischen Gefilden. Und entsprechend werden die dort lebenden Menschen porträtiert, je nach den Temperaturen und den Gestaltungsmöglichkeiten. Eine ganz besondere Ausdruckskraft hat das Licht in den Fotografien von Art Wolfe. 

Hier gelingt es ihm meisterlich durch das eingefangene Licht-Spiel den Aufnahmen eine zusätzliche Emotion zu verleihen, geradezu meisterlich und in einem formvollendeten Konzept. Und die Botschaft kommt an, wenn Wolfe jedem einzelnen Betrachter ans Herz legt, diese göttliche Vielfalt darf nicht untergehen. 

Bildbände aller Art gibt es viele. "#Eden"" von Art Wolfe, erschienen bei National Geographic ist mit das Allerbeste was bisher im Bereich Natur-Fotografie erschienen ist. 

Ein solcher fotografischer Kunst-Band zeigt in aller Großartigkeit in welchem "Garten Eden" wir tatsächlich leben. Setzen wir alles daran, dass zukünftige Generationen sich genauso daran erfreuen können. 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König

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Rezension Peter J. König: Arctica -The Vanishing North - Sebastian Copeland- Foreword by Sir Richard Branson-TeNeues

Der Fotograf, Polarforscher und Umweltschützer Sebastian Copeland hat zusammen mit dem teNeues Verlag mit diesem eindrucksvollen Bildband über die Arktis einen geradezu spektakulären Hilferuf zur Rettung unseres Planeten gestartet. Ziel ist es die Menschheit aufzurütteln. 

Dazu bedient Copeland sich dieser einzigartigen Bilder, die er selbst auf vielen Expeditionen in das vermeintlich unendliche Eis der Arktis gemacht hat. Die bizarren Landschaften der Polarregionen haben schon seit jeher eine große Anziehungskraft auf den Autor ausgeübt, nicht zuletzt weil er sowohl den Nord- als auch den Südpol zu Fuß erreicht hat, und mehr als 8000 km auf Skiern durch die Pol-Landschaften gewandert ist. 

2015 wurde Sebastian Copeland zu den Top 50 der weltgrößten Abenteurer aufgenommen. Gezeigt werden hier die beeindruckenden Aufnahmen dieser erhabenen Landschaften in der Arktis, die wohl ein einmaliges Naturschauspiel dem Betrachter bieten, und wenn schon die Fotografien so faszinieren, wie muss erst der tatsächliche Eindruck sein, der auf den Arktis-Reisenden einwirkt? 

Doch die in Millionen von Jahren entstandenen Eis-Landschaften sind von Zerstörung bedroht. Bedroht sind damit auch die Lebensgrundlagen der indigenen Völker, die seit 4000 Jahren hier ihre Existenz im Einklang mit der Natur leben. Ebenso ist die gesamte Tierwelt bedroht, wenn das Gleichgewicht kippt. Der König der Arktis, der Eisbär wird ebenfalls seiner angestammten Lebensbedingungen beraubt.

Auslöser all dieser bedrohlichen Szenarien sind die von Menschenhand verursachte Erderwärmung, die das unweigerliche Abschmelzen der Polkappen zur Folge hat, wenn nicht radikal umgedacht und gehandelt wird. Dann wird es nicht mehr nur diese wunderbaren Aufnahmen von Polarlandschaften und herum wandernden Eisbären nicht mehr geben, die Menschheit insgesamt wird in Mitleidenschaft gezogen, wenn Hunderte Millionen von Menschen aus den tiefer liegenden Küstenregionen vertrieben werden. 

Den jetzigen Zustand der Arktis zu dokumentieren, das ist das Anliegen von Sebastian Copeland. Die Aufnahmen sollen auch so nachhaltig auf den Betrachter wirken und ihm zeigen, welche erhabene Natur hier droht, für immer verloren zu gehen. Dass hier auch durchaus Gefahren lauern, demonstriert der Autor eindrucksvoll, wenn er immer wieder seine Begegnungen mit Eisbären fotografisch festhält. Doch was wäre die Tierwelt ohne dieses majestätische, mutige Raubtier, das Copeland so beeindruckend in seinem bisher noch existierenden Lebensraum aufgenommen hat?

Verschwindet der Eisbär, verschwindet wahrscheinlich auch bald der Mensch, das ist die Botschaft, die uns der engagierte Umweltschützer mitgeben möchte. Zugegeben, Sebastian Copeland hat diese düstere Prophezeiung in einmalig schöne Bilder verpackt. Arctica-The Vanishing North- von Sebastian Copeland, erschienen im teNeues Verlag ist ein großartiger Bildband, der nicht nur dem Anliegen seines Autors gerecht wird, er verzückt auch im Buch-technischen Sinn ganz den Betrachter. Durch das große Format wirken die ganz- und doppelseitigen Aufnahmen grandios und vermitteln auf Anhieb um welche einzigartigen Landschaften es sich hier handelt. Bedenklich allein sind die eindeutigen Anzeichen, die die Spuren der Erderwärmung hinterlassen haben. 

Die textlichen Beiträge sind in englischer, deutscher und französischer Sprache verfasst. Sir Richard Branson, der Self-made- Milliardär, der mit vielen Aktivitäten sich für den Erhalt der Natur engagiert und dies nicht nur mit viel Geld,  sondern auch mit Natur-bedingten Auflagen in seinem gesamten Firmen-Imperium unternimmt, hat hier das Vorwort entworfen. Des Weiteren gibt es sehr anschauliche Beiträge von Dr. Andrew Weaver, einer der führenden Klimaforscher Kanadas, Eric Garcetti, Bürgermeister von Los Angeles, der auf den Zusammenhang der Polschmelze und der Wasserknappheit in Kalifornien hinweist, Sheila Watt-Cloutier, Rechtsanwältin und Sprecherin der bedrohten Inuit-Völker, Boerge Ousland, einer der bekanntesten Polarforscher und Dr. Ted A. Scambos von der Universität von Colorado, wo er für die Erforschung des Eisbestandes der Arktis zuständig ist. 

Sie alle beobachten mit größter Besorgnis, welche Veränderungen in der Arktis vor sich gehen und sie alle unterstützen die Anstrengungen, die Sebastian Copeland unternimmt, nicht zuletzt mit diesem gelungenen Bildband, damit solche Aufnahmen auch zukünftig in der Arktis möglich sind. 

Sehr empfehlenswert 

Peter J. König

Bitte klicjen Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu te Neues und können das Buch dort bestellen. Sie können es jedoch auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.http://www.teneues.com/shop-de/arctica.html

Rezension: #Leuchttürme- #Reinhard_Scheiblich- Wahrzeichen an Deutschland Küsten- Delius Klasing

Dieses wundervolle, reich bebilderte Buch  ist ein Werk des Wissenschaftsfotografen und Künstlers Reinhard Scheiblich. Es handelt sich um eine Hommage an Deutschlands #Leuchttürme. 25 Fotos des Leuchtturmexperten haben es sogar in die Leuchtturm-Briefmarkenserie der Deutschen Post geschafft. 

Das goldene Zeitalter der Leuchttürme in Deutschland begann 1805 mit der Fertigstellung des Leuchturms Cuxhaven und endete 1918 mit der Einrichtung des Feuers Neuland bei Behrensdorf an der Ostsee. 

Wie Scheiblich konstatiert, bedeutet der Blick auf die Leuchttürme Nostalgie pur, durchwoben mit der romantischen Vorstellung der Ferne und Weite und des Abenteuers. Personifiziert wird dies in Gestalt des Leuchtturmwärters. Heute sind Leuchttürme Touristenattraktionen und das begreift man sofort, wenn man die Bilder sieht. 

Zunächst erfährt man, wie das Feuer auf die Türme kam. Erst im 17. Jahrhundert gelangte das Feuer systematisch dort hinauf. Damals war aber noch nicht von klassischen Leuchttürmen die Rede. Zunächst handelte es sich um Pfähle mit aufgesetzten oder hochgezogenen Feuerkörben, später dann um Stein- und Holzbauten. 

Die als "Blüsen" bezeichnete Seezeichen verfügten über eine gemeinsame Feuertechnik. Diese stammte von den Holländern und wurde in Deutschland erstmals in Helgoland angewandt. Auf der Ostsee betrieben Mönche schon 1306 ein offenes Leuchtfeuer und zwar auf der Insel Hiddensee. 

In der Folge erfährt man mehr über Leuchttürme an der Nordseeküste und kann sich anhand der Fotos ein Bild von ihrer Schönheit machen. Hier auch liest man von dem französischen Physiker Augustin Jean Fresnel (1788- 1827), der durch eine nach ihm benannte Linse die Leuchtfeuertechnik revolutionierte. 

Eine Vielzahl  sehr unterschiedlicher Leuchttürme kann man im Buch bestaunen, so auch den Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser, mitten im Meer auf einer unter Grund liegenden Sandbank erbaut. Er gilt als maritimes Denkmal von Weltrang. 

Nicht nur von außen gewinnt man visuell einen Eindruck von den Leuchttürmen, die oft lebensrettend waren und es immer noch sind.  Dabei erfüllt der Leuchtturm auf Amrum  alle Vorstellungen, die man von einem Leuchtturm an der Nordsee haben kann, denn er steht auf einer Düne und ragt in weiß-roter Farbe in den Himmel. Traumhaft. 

Auch an der Ostsee lernt man Leuchttürme kennen. So etwa den berühmten "Schinkelturm" auf Rügen und so viele andere mehr. 

Sich in die Bilderwelt zu vertiefen,  löst wahrlich Fernweh aus, aber auch Technikfans kommen auf ihre Kosten.

Eine Reise zu den Leuchttürmen muss allerdings nicht zwingend eine Reise ans Meer bedeuten. Das stellt man auf den letzten Seiten des Buches dann fest, denn hier lernt man Leuchttürme im Binnenland kennen, so in Lindau am Bodensee, aber auch am Bärnsdorfer Großteich in Sachsen. 

Zu Ende des Buches dann erwartet den Leser eine Auflistung der Leuchtturm-Standorte und –Daten, zudem Landkarten, auf denen die Leuchttürme verortet sind und ein kleines Leuchtturmlexikon mit Fachbegriffen. 

Das informative Buch beeindruckt so sehr durch seine Fotos, dass man sogleich von Reiselust gepackt wird, um sich real einen Eindruck zu verschaffen von diesen Türmen, die die Fantasie beflügeln.

Sehr empfehlenswert 

Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, Dann gelangen Sie zu Delius Klasing und können das Buch bestellen.http://www.delius-klasing.de/buecher/Leuchtt%C3%BCrme.210481.html. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke ordern.

Rezension: Am Hof 2- The Pearl of Vienna- te Neues

Dieser schöne Bildband stellt das Gebäude "Am Hof 2"  im Gefüge der historischen Wiener Innenstadt vor. Es ist ein historisch bedeutsames Bauwerk auf einem geschichtsträchtigen Platz. Denkmalgeschützt wurde es nahezu naturgetreu wieder hergestellt. Das ehemalige Bank-Gebäude stellt heute die Krönung des sogenannten Goldenen Quartiers dar. Dabei handelt es sich um ein exklusives Geschäftsviertel in der Wiener Innenstadt, das zwei Gebäude umfasst und in weiten Teilen Boutiquen internationaler Luxuslables, Büroflächen sowie Penthouse-Wohnungen beherbergt.

Ausführlich liest man wie das Bank-Gebäude allmählich zu einem Luxus-Hotel umgestaltet wurde und erhält viele visuelle Einblicke. Das Gebäude Am Hof 2 ist in seinen künstlerischen und kunsthistorischen Aspekten fast vollständig im Originalzustand erhalten. 

Speziell das äußere Erscheinungsbild, auch große Teile des Innenbereichs sind noch aus den Anfangszeiten des Gebäudes, das heute ein Hotel der internationalen Hotelkette Hyatt ist. 

Man wird über die Fassade von Hof 2 sehr gut unterrichtet und liest über das Innere des ehemaligen Bank-Gebäudes viel Wissenswertes. Anhand von Fotos wird die vormalige der neuen Pracht gegenübergestellt. SPA& Wellnessbereich, die Shops, auch das Penthouse kommen zur Sprache und man erfährt mehr zum Design, nicht zuletzt mittels des Interviews mit Colin Finnegan aus Amsterdam, der gemeinsam mit Gerard Glintmeijer das Interior Design für dieses historische Gebäude entwickelt hat. 

Unmöglich auf all die Einzelheiten im Buch einzugehen, die sehr detailliert beschrieben werden, so auch im Hinblick auf den Brand von 2011 und der Rekonstruktion in der Folge. 

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass es sich bei dem Ort um den Sitz der Bamberger handelte, aber hier sogar schon die Römer 98 n.Chr.ihr Legionslager Vindobona aufschlugen. Über die archäologischen Funde erfährt man auch Näheres und kann sich anhand einer Baustellendokumentation einen Eindruck verschaffen, wie der Ort zu dem wurde, was er jetzt ist. 

Ein spannendes Buch, nicht nur für Wienreisende.

Sehr empfehlenswert
Helga König

Bitte klicken Sie auf den Link, dann gelangen Sie zu teNeues und können das Buch bestellen. Sie können es aber auch direkt bei Ihrem Buchhändler um die Ecke kaufen.http://www.teneues.com/shop-de/am-hof-2.html

Rezension: #Südtirol-Sehen-Entdecken-Genießen- Bruckmann

Dieser traumhafte Bildband aus dem Bruckmann-Verlag präsentiert Städte und Landschaften in Südtirol. Der Autor des Buches ist der in Meran geborene Robert Asam, der gemeinsam mit den Fotografen Udo Bernhard und Ernst Wrba dieses bildreiche Werk auf den Weg gebracht hat.

Stationen der Reise sind:
Das Vinschgau
Meran und Burggrafenamt
Rund um Bozen
Überetsch und Unterland
Ladinien
Eisacktal und Wipptal
Pustertal

Gleich zu Beginn kann man sich in eine doppelseitige Landkarte vertiefen und sich bewusst machen, wo die verschiedenen Regionen und Orte zu finden sind. Dann erfährt man zunächst Allgemeines zum Urlaubsland Südtirol. Die Vielfalt der Landschaften spiegelt sich in der Vegetation wieder. Dabei sind die Übergänge fließend und erstrecken sich von den ausgedehnten Obstplantagen, Rebhängen, Laub- und Mischwäldern bis hinauf zu den Gletschern der Dreitausender.

Südtirol ist 7400 Quadratkilometer groß. Innerhalb der Fläche befinden sich rund 300 Schlösser, Burgen und Ansitze, aber auch unzählige Kirchen und Sakralbauten. Man liest über die wechselvolle Geschichte  des Gebietes besonders in den letzten 200 Jahren und hier natürlich auch von Andreas Hofer und anderen Helden.

Feste, Fahnen und Folklore im Heiligen Land Tirol kommen zur Sprache und auch die beiden Standbeine der Wirtschaft. Unmöglich alles aufzuzählen. Natürlich wird motiviert jetzt im bevorstehenden Spätsommer und Frühherbst in den Weinorten zu törggelen.

Vertraut gemacht wird man mit einer Fülle von Wander- und Ausflugstipps, Reisehinweisen und wichtigen Veranstaltungen. Die einzelnen Regionen werden wunderbar beschrieben und man kann sich anhand von einer Ausschnittkarte jeweils ein Bild von der Gegend machen, die besprochen wird. Zunächst geht es um das Vinschgau. Es ist nicht möglich auch nur im Ansatz all das zu skizzieren, was hier aufgeführt ist. Glurns ist übrigens die kleinste Stadt Südtirols und hatte im 15. Jahrhundert seine Blütezeit. Man lernt Messmers Mountain Museum kennen, in dem der Mythos Berg, Religion und Kunst im Mittelpunkt stehen. 

Meran und Bozen beeindrucken. Burg Runkelstein oberhalb von Bozen beherbergt die ältesten Freskenzyklen, die das Leben der Edeldamen am Hof und bei der Jagd beschreiben. Schon 1237 wurde diese Burg erbaut.

Ein Kleinod auch ist die Kirche von Durnholz und die dortige Freskenmalerei. Dann liest man von Oswald von Wolkenstein, Sänger und Weltenbummler aus dem 15. Jahrhundert, zu dessen Ehren heute noch jährlich ein Reitturnier stattfindet.

Sehr empfehlenswert ist das Kapitel "Überetsch und Unterland". Hier auch erfährt man, dass die Burganlage Hocheppan seit der Jahrtausendwende ein gastlicher Ort ist. Das Schloss ist stilvoll restauriert und verfügt über ein besonderes Highlight: eine romanisch-byzantinische Burgkapelle.

Die 1230 erbaute Burg wurde 1742 vollkommen zerstört. Man erfährt Wissenswertes zu den Weindörfern von Eppan, zu diesen gehört auch St. Pauls, wird dann über Kaltern und den Kalterer See informiert und hier über die Weine von Manincor.

Es ist unmöglich all das auch nur im Ansatz zu streifen, was das Buch zu bieten hat. Immer wieder sollte man es zur Hand nehmen und sich in einzelne Beschreibungen vertiefen, um sich inspirieren zu lassen. Dabei inspiriert Brixen besonders. Vorgestellt wird die alte Bischofsstadt als eine Stadt für Kunstsinnige, für Lern- und Wissbegierige und Neugierige.

Es gibt viel zu sehen und die Geschichte im Zeitraffer zu lesen ist sehr spannend. Dass sie 7000 v. Chr. schon begann, wird nicht jeder wissen, aber vielleicht hat der ein oder andere von den Steinkistengräbern bei Eppan schon gehört. Sie stammen aus der Zeit von 2500 v. Chr.

Veranstaltungen im Jahresverlauf  werden auch erwähnt.  Wer im September reist, erlebt u.a. die "Kalterer Weintage" Südtirol.

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